Artikel drucken
29.04.2015

Brüssel: McDermott verliert deutschen Kartellrechtspartner an Jones Day

Zum Mai wechselt der Kartell- und Beihilferechtler Philipp Werner von McDermott Will & Emery als Partner  zu Jones Day. Die US-Kanzlei setzt damit den Wachstumskurs in ihrem Brüsseler Büro fort und gewinnt mit dem 40-Jährigen einen anerkannten Kartellrechtsspezialisten der jüngeren Generation. McDermott hingegen hat nun keinen deutschen Kartellrechtspartner mehr in ihren Reihen.  

Philipp Werner

Philipp Werner

Jones Day zählt in den USA seit Langem zu den führenden Kartellrechtskanzleien. Die deutsche Kartellrechtspraxis verteilt sich auf die Standorte Frankfurt, Düsseldorf und Brüssel. Dort hat sich die Kanzlei in den vergangenen Jahren wiederholt verstärkt. Werner wird nun der zweite deutsche Kartellrechtspartner neben dem hoch anerkannten Dr. Thomas Jestaedt, der ebenso wie Werner in einem breiten kartellrechtlichen Spektrum tätig ist. Dazu gehören auch beihilferechtliche Mandate wie die Beratung der griechischen Alpha Bank. Jestaedt brachte außerdem 2005 bei seinem Wechsel von Lovells (heute Hogan Lovells) die Beziehung zu SAP mit, über die mittlerweile schon mehrfach bedeutende Mandate auch in die M&A-Praxis kamen.   

“Das von Bernard Amory geleitete Team in Brüssel, das deutsche Team um Carsten Gromotke, Thomas Jestaedt und Johannes Zoettl sowie das weltweite Kartellrechtsteam genießen eine exzellente Reputation“, sagte Werner. Zu seinen beihilferechtlichen Mandaten zählten die Vertretung des Landes Mecklenburg-Vorpommern im Streit um Beihilfen für die P+S-Werften sowie weitere Fälle aus Netzwerkbranchen wie Transport, Telekommunikation und Post. Kartellrechtlich beriet er zusammen mit dem Münchner Medien-Team RTL zu Verbreitungsfragen und Deutschlandradio im Streit um Kabeleinspeisegebühren. Seine engen Verbindungen zum französischen Markt unterstreicht etwa die Vertretung des Berufsbekleidungsherstellers Mewa in einem Streit mit der französischen Kartellbehörde durch mehrere Instanzen.

Zu McDermott war Werner 2011 nach dem Zusammenbruch seiner damaligen Kanzlei Howrey gekommen. Er wechselte kurz nach Martina Maier, mit der er einige Jahre zusammengearbeitet hatte, und die die Leitung der europäischen McDermott-Kartellrechtspraxis übernahm. Die Kanzlei war damals auf der Suche nach einem Team, das ihr Brüsseler Büro und die europäische Kartellrechtspraxis verjüngen und verstärken sollte. Nachdem allerdings Anfang diesen Jahres schon Maier die Kanzlei in Richtung Unilever verließ, steht McDermott wieder am Anfang. Da auch sie in den USA eine ansehnliche Kartellrechtspraxis unterhält, wird McDermott ihre europäische und auch die deutsche Präsenz zügig wieder aufbauen wollen. (Antje Neumann)

  • Teilen