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01.06.2015

Erfahrene Verstärkung: EZB holt Aufsichtsrechtler von Freshfields

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Rechtsabteilung mit einem Bankrechtler von Freshfields Bruckhaus Deringer ausgebaut. Zum Juni übernahm Dr. Klaus Lackhoff innerhalb der Unterabteilung Aufsichtsrecht die Leitungsverantwortung für das Bankrechtsteam. Der 48-Jährige war zuletzt Counsel im Frankfurter Büro von Freshfields.

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Klaus Lackhoff

Lackhoff arbeitet seit 1999 bei Freshfields, 2008 ernannte ihn die Kanzlei zum Counsel. Seine Schwerpunkte liegen im Bank- und Aufsichtsrecht, insbesondere bei Fragen zur Erhöhung des regulatorischen Eigenkapitals. So gehörte er etwa zu dem Freshfields-Team, das die HSH Nordbank beim gemeinsamen Stresstest der europäischen Aufsichtsbehörden begleitete. Zudem bereitete er für die staatliche Förderbank L-Bank ein Pilotverfahren gegen die Direktaufsicht durch die EZB vor dem Europäischen Gericht vor. Lackhoff ist zudem sehr transaktionserfahren und beriet etwa den belgischen KBC-Konzern beim Verkauf seiner deutschen Tochter an eine Investorengruppe um Apollo.

Die Arbeitsabläufe und Strukturen seines neuen Arbeitgebers kennt der Bankexperte bereits durch ein früheres Secondment. Die EZB hatte im Vorfeld des einheitlichen Euro-Aufsichtsmechanismus SSM begonnen, ihre Rechtsabteilung auf die Herausforderungen der direkten Aufsicht über die relevanten Institute der Euro-Zone inhaltlich wie personell neu auszurichten. Für die im Frühjahr 2014 neu geschaffene Unterabteilung für Aufsichtsrecht gewann die EZB Eleni Koupepidou, die zuvor als Inhouse-Juristin bei der Zentralbank tätig war.

Innerhalb der Divison Aufsichtsrecht hat die Zentralbank zwei Unterteams gebildet: Eines beschäftigt sich speziell mit den Fragen der einheitlichen europäischen Aufsicht, das von Lackhoff geleitete Team dagegen mit Fragen zum Bankrecht. Die 20-köpfige Division hat die  EZB mit eigenen Juristen und diversen Seiteneinsteigern aus nationalen Aufsichtsbehörden und Anwaltskanzleien besetzt. Laut Marktinformationen soll die Bank im vergangenen Jahr auch eine deutliche Zahl von Referenten der deutschen Aufsichtsbehörde BaFin abgeworben haben. In der gesamten Rechtsabteilung, die von der Italienerin Dr. Chiara Zilioli geleitet wird, arbeiten über 80 Juristen. (Marcus Jung)

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