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18.06.2015

Frankfurt: Cleary-Partner Klaus Riehmer wird Corporate-Chef bei Mayer Brown

Der bekannte M&A-Partner Dr. Klaus Riehmer (52) verlässt das Frankfurter Büro von Cleary Gottlieb Steen & Hamilton nach elf Jahren. Zum September wird er Corporate- und M&A-Chef bei Mayer Brown.

Klaus Riehmer

Klaus Riehmer

Cleary verliert durch den Wechsel eines ihrer Aushängeschilder. Riehmer, der 2004 bei Cleary in Frankfurt einstieg, prägte die deutsche Corporate-Praxis seither entscheidend mit und arbeitete an vielen großen Deals. Zuletzt war er etwa in die Beratung zum möglichen Verkauf der Deutschen Pfandbriefbank eingebunden, der aber zugunsten des derzeit favorisierten IPOs kürzlich ausgesetzt wurde.

Im Frühjahr 2014 hatte Cleary bereits mit dem Restrukturierungs- und Finanzierungsexperten Dr. Werner Meier einen bekannten Partner verloren. Im Jahr zuvor war zudem der hoch angesehene Kapitalmarktrechtler Dr. Christof von Dryander zur Deutschen Bank gewechselt. Demgegenüber stand zwar der Einstieg des renommierten Schieds- und Prozessexperten Prof. Dr. Richard Kreindler von Shearman & Sterling. Insgesamt jedoch schrumpfte die deutsche Cleary-Praxis binnen gut zwei Jahren von rund 65 Anwälten auf nun noch 50 Berufsträger. Zuletzt machte sich etwa die Kölner Kartellrechtlerin Silke Heinz selbstständig.

US-Kanzleien im Umbruch

Dass diese Entwicklung bei Cleary für einige Unruhe sorgt, ist unter Wettbewerbern ein offenes Geheimnis. Trotz ihres weiterhin hochkarätigen Geschäfts gerät die deutsche Praxis zunehmend unter Rechtfertigungsdruck, weil etwa Stundensätze von US-Partnern im hiesigen Markt nicht durchzusetzen sind.

Auch Mayer Brown ist weiter im Umbruch: Seit 2008 wandelt sich die US-Kanzlei radikal von einer fachlich breit ausgerichteten zu einer auf wenige Praxen fokussierten Einheit und verkleinerte sich ebenfalls personell. So kündigte etwa Dr. Jörg Wulfken erst vor wenigen Tagen seinen Wechsel zu PricewaterhouseCoopers Legal an. Wulfken hatte als Managing-Partner den Umbau maßgeblich vorangetrieben, bis er seinen Posten 2014 abgab. Allerdings verfolgt Mayer Brown die Strategie, in den Kernpraxen Corporate sowie Bank- und Finanzrecht zu wachsen. Dies will nun Wulfkens Nachfolger Dr. Guido Zeppenfeld weiter forcieren. „Der Zugang von Klaus Riehmer ist ein bedeutender Meilenstein in der Wachstumsstrategie, die wir für Mayer Brown in Deutschland verfolgen“, so Zeppenfeld. Mit ihm richte die Kanzlei die Corporate-Praxis noch stärker auf nationale und grenzüberschreitende Transaktionen aus.

Rund 20 Anwälte, davon 6 Partner, arbeiten in dem Team, das bereits den dritten Chef in vier Jahren bekommt. Die bisherige Spitze, der Düsseldorfer Partner Dr. Christof Gaudig, wird dabei schon zum zweiten Mal beerbt. 2011 hatte Friedrich Merz ihn abgelöst. Als Merz sich dann im vergangenen Jahr entschied, in der Kanzlei kürzer zu treten, übernahm Gaudig den Posten wieder. (René Bender)

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