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25.06.2015

München: Olswang holt Corporate-Duo von Graf von Westphalen

Eine Woche, nachdem bekannt wurde, dass Olswang ihr komplettes Berliner Büro mit rund 60 Anwälten verlieren wird, vermeldet die Kanzlei Verstärkung für ihr Münchner Corporate-Team: Zum Juli steigen der Transaktionsexperte Robert Heym (44) als Partner und Dr. Theresia Gondro (33) als Counsel ein. Das Duo kommt von Graf von Westphalen, wo es in der Corporate-Praxis zuletzt einige Bewegung gab. 

Robert Heym

Robert Heym

Heym begleitet vor allem ausländische Mandaten, insbesondere aus Großbritannien und den USA, bei deren Deutschlandgeschäft. Besondere Erfahrung hat er in den Branchen Technologie, Life Sciences und Luftfahrt. Zu seinen Mandanten zählen unter anderem das Medizinunternehmen Teleflex und der Telekommunikationsausrüster Arris. Heym war Ende 2009 von Reed Smith zu Graf von Westphalen gewechselt, 2005 hatte er zum deutschen Eröffnungsteam der US-Kanzlei gehört. Bei Graf von Westphalen leitete Heym bis zum Sommer vergangenen Jahres das US-Desk, zudem war er stellvertretender Leiter der damals noch zusammengefassten Praxis für Corporate/M&A. Gondro, derzeit noch Senior Associate bei Graf von Westphalen, ist seit 2008 für die Kanzlei tätig.

Das Münchner Olswang-Büro hat einen klaren Schwerpunkt in der Beratung in den Branchen Technologie, Medien, Telekommunikation (TMT) und berät etwa zu Patentstreitigkeiten und IT- sowie datenschutzrechtlichen Themen.

Dr. Thomas Lynker, Münchner Partner von Olswang, sagte: „Unser Ziel ist es, den Standort München weiter auszubauen und zu einer der Top-Adressen in den Bereichen Technologie, Medien und Telekommunikation zu werden.“ Die Umsatzzahlen des im April abgelaufenen Geschäftsjahres bestätigten, „dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir konnten unseren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppeln“. Aktuell arbeiten in München 18 Berufsträger, davon fünf Partner. Künftig wird es das einzige Büro der UK-Kanzlei hierzulande sein: In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass die 13 Equity-Partner und 44 weitere Berufsträger in Berlin die Kanzlei verlassen und sich voraussichtlich einer internationalen Kanzlei anschließen. Welche dies sein wird, steht JUVE-Informationen zufolge weiterhin nicht fest. Die Ursache für die Entscheidung der Berliner soll personelle Unruhe im Londoner Büro gewesen sein.

Recht bewegt ging es in den vergangenen Monaten auch in der Corporate-Praxis von Graf von Westphalen zu. Im Frühjahr hatte sie den anerkannten Hamburger Partner Dr. Dominik Ziegenhahn verloren, der sich der Corporate-Boutique Raschke von Knobelsdorff Heiser anschloss. Zuvor hatten im vergangenen Herbst in Frankfurt zwei Partner die Kanzlei in Richtung Görg verlassen, Dr. Matthias Menke und Florian Wolff. Allerdings holte die Kanzlei erst zum Juni in Düsseldorf Helmut Kempf als Equity-Partner für ihre M&A- und Energiepraxis.

Das Münchner Büro zählt nach dem Weggang Heyms noch rund 15 Anwälte. In den vergangenen Jahren entwickelte es sich insgesamt recht unauffällig, eine angedachte Fusion mit der Wettbewerberin Nachmann war vor drei Jahren am Ende doch abgesagt worden. (René Bender)

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