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10.07.2015

Neue Kanzlei entsteht: Aus Wragge Lawrence Graham wird Gowling WLG

Über eine Fusion schafft die nächste britische Kanzlei den Einstieg in den kanadischen Markt: In dieser Woche haben die Partner von Wragge Lawrence Graham & Co. und Gowlings für den Zusammenschluss der bis dato personell gleichstarken Sozietäten gestimmt. Ab 2016 firmiert die Kanzlei dann unter dem Namen Gowling WLG.

Michael Schneider

Dadurch entsteht eine Kanzlei, die mit über 1.400 Anwälten an 18 Standorten in Kanada, Europa, Asien und in der Golf-Region präsent ist. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen IP, Life Science, Energiewirtschaft, Commercial und in der Beratung technologielastiger Branchen. Die ursprünglich aus Birmingham stammende Kanzlei Wragge & Co. war seit 2003 über eine enge Kooperation mit der damaligen Kanzlei Graf von Westphalen in Deutschland präsent. Zum Jahresende 2008 eröffnete sie in München unter anderem mit dem Meissner Bolte-Partner Michael Schneider ein auf IP-Recht fokussiertes Büro, das sie in der Folge mit verschiedenen Quereinsteigern im Medien- und Lebensmittelrecht ausbaute. An der Isar sind derzeit acht Anwälte, darunter drei Equity- und ein Salary-Partner, tätig.

Erst 2014 hatte Wragge in Großbritannien mit Lawrence Graham fusioniert. In den erst vor Kurzem veröffentlichten Kanzleizahlen für Geschäftsjahr 2014/15 erwirtschafteten die rund 700 Anwälte einen Umsatz von 181 Millionen britischer Pfund, was einen Anstieg um fünf Prozent bedeutet.

Gowlings ist eine der ältesten kanadischen Sozietäten, sie wurde 1887 in Ottawa gegründet. Sie wird aber nicht zu der Gruppe der marktführenden Kanzleien gezählt, den sogenannten Seven Sisters. Die Kanzlei ist mit ebenfalls über 700 Anwälten in Kanada präsent und hat zudem Auslandsbüros in London, Moskau und Peking. Infolge der Fusion sollen in London und Moskau, wo beide Kanzleien derzeit Büros haben, diese integriert werden.

Gowling WLG ist nicht der erste anglo-kanadische Zusammenschluss. Den Beginn machte Norton Rose schon 2011 durch ihre Fusion mit Ogilvy Renault, ein Jahr darauf fusionierte die Dentons-Vorgängerkanzlei SNR Denton mit Fraser Milner Casgrain. Im Frühjahr 2015 verkündete DLA Piper den Zusammenschluss mit Davis. Als bisher einzige Magic-Circle-Kanzlei ist derzeit Allen & Overy mit einem eigenen Büro in Toronto vertreten. (Marcus Jung)

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