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29.07.2015

Spin-off: Düsseldorfer IP-Rechtler von Preu Bohlig gründen eigene Kanzlei

Zum Januar verlässt der renommierte Patentrechtsexperte Dr. Peter Kather (61) gemeinsam mit den Düsseldorfer IP-Partnern die Kanzlei Preu Bohlig & Partner. Das Team macht sich unter dem Namen Kather Augenstein selbstständig. Preu Bohlig will ihren Düsseldorfer Standort weiterführen, dort verbleibt künftig der Gesellschaftsrechtler Albrecht Lutterbeck. Außerdem eröffnet sie im Januar ein Büro in Paris.

Peter Kather

Peter Kather

Die neue Kanzlei Kather Augenstein wird in Düsseldorf mit circa zehn Anwälten an den Start gehen. Neben Senior-Partner Kather gehören drei weitere Voll-Partner dazu. Namenspartner Christof Augenstein (43) wird die Management-Funktion übernehmen. Außerdem wechseln Miriam Kiefer (38) und Alexander Haertel (39) in die neue Einheit.

Die Abspaltung des Düsseldorfer Teams um Kather ist ein schwerer Schlag für die Patentrechtspraxis von Preu Bohlig am wichtigen Düsseldorfer Gerichtsstandort. Es ist das im Patentrecht im Markt präsenteste Büro der Kanzlei. Als Gründe für die Abspaltung nannte Preu Bohlig die unterschiedliche Auffassung über die zukünftige strategische Ausrichtung und die zunehmenden Interessenkollisionen bei Mandaten, etwa im Bereich Telekommunikation.

Das Team um Kather ist bekannt für große Patentprozesse, unter anderem für Mobilfunkunternehmen. So vertreten sie aktuell Ericsson in einem Verfahren gegen Apple und gewannen zuletzt neue Mandanten hinzu.

Zwar gab es in der Vergangenheit auch Telekommunikationsmandate, welche die Kanzlei standortübergreifend begleitete: Einen Prozess für HTC gegen Nokia betreuten Düsseldorfer sowie Münchner Anwälte. Ansonsten aber ist Preu Bohlig nicht für eine enge standortübergreifende Zusammenarbeit bekannt. Daher wird das Düsseldorfer Team vermutlich auch Kernmandate der Kanzlei wie für Boston Scientific mit in die neue Einheit nehmen.

Nach den Weggängen verbleibt im Düsseldorfer Büro von Preu Bohlig nur der Gesellschaftsrechtler Lutterbeck. Wer im Gewerblichen Rechtsschutz dazu stößt, ist noch unklar. Der Berliner Partner Prof. Dr. Christian Donle sagte: „Düsseldorf ist einer der wichtigsten Gerichtsstandorte für Patentverletzungsverfahren in Deutschland und wird zudem Sitz einer Lokalkammer beim kommenden Einheitlichen Patentgericht (UPC) sein. Um unsere Mandanten weiterhin bestmöglich betreuen zu können, sehen wir es für unsere Kanzlei als nach wie vor sinnvoll und wichtig an, mit einem Sitz in Düsseldorf vertreten zu sein“.

Neues Pariser Büro

Preu Bohlig gab zeitgleich mit der Trennung bekannt, dass sie einen Standort in Paris eröffnen wird. Dazu wird Associate Konstantin Schallmoser, der bereits bisher einen Schwerpunkt bei Betreuung französischsprachiger Mandanten in Deutschland hatte, nach Frankreich wechseln. Zudem hat der IP-Partner Dr. Alexander Harguth, der im Sommer 2014 von McDermott Will & Emery zu Preu Bohlig wechselte, eine französische Anwaltszulassung. Mit Paris stellt sich die Kanzlei für das Einheitliche Patentgericht auf, dessen Zentralkammer ihren Sitz in Paris haben wird. 

Ab Januar 2016 gehören zu Preu Bohlig insgesamt noch 26 Rechtsanwälte im Gewerblichen Rechtsschutz. Die Kanzlei hat neben München noch Standorte in Berlin und Hamburg. (Christina Geimer)

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