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17.08.2015

Nächster Schlag für Clifford: Alexandra Hagelüken wechselt zu Latham

Clifford Chance kommt nicht zur Ruhe: Die angesehene Chefin der zentralen Bank- und Finanzrechtsgruppe, Alexandra Hagelüken (44), wechselt in das Frankfurter Büro von Latham & Watkins. Clifford verliert damit ein Aushängeschild ihrer Kanzlei. Erst im Mai war der ehemalige Private-Equity-Chef Oliver Felsenstein (55) gemeinsam mit Burc Hesse (44) ebenfalls zu Latham gegangen.

Alexandra Hagelüken

Alexandra Hagelüken

Anders als Felsenstein und Hesse gehört Hagelüken zu den Eigengewächsen von Clifford. Nach ihrem Studium stieg sie 1999 im Frankfurter Büro ein, wurde 2006 Partnerin und im Mai 2013 für vier Jahre zur Leiterin der Praxisgruppe Banking and Capital Markets gewählt. In einem von Cliffords Kerngebieten – der Kreditfinanzierung – gilt sie als eine der führenden Anwältinnen. Cliffords Bank- und Finanzrechtspraxis agiert bei Kreditfinanzierungen mit einem der größten und angesehensten Teams in Deutschland und zählt auch intern zu den größten Umsatzbringern. Die Praxis ist für ihre enorme Bandbreite von kleineren Deals bis zu Milliardentransaktionen bekannt. Neben Hagelüken sind in Frankfurt Dr. Bettina Steinhauer und in München Barbara Mayer-Trautmann besonders visibel.

In den Restrukturierungsmaßnahmen, die das Management Anfang des Jahres ausrief, genoss die Kreditfinanzierungspraxis bisher den Ruf der Insel der Glückseligen. Hier war es, anders als in einigen anderen Praxen, bisher noch zu keinen Weggängen gekommen. Dass Hagelüken nun Clifford den Rücken kehrt, kommt für Marktbeobachter genauso überraschend wie der Wechsel Felsensteins. Beide hatten bei Clifford regelmäßig zusammengearbeitet, unter anderem für den Investor 3i.

Für Latham bedeutet Hagelükens Einstieg einen erheblichen Gewinn. Die Kanzlei berät zwar häufig namhafte Private-Equity-Mandanten auch in Finanzierungsfragen, war auf Bankenseite bislang aber etwas weniger präsent – eine Lücke, die Hagelüken nun bestens schließt. Auch für die Beratung von Unternehmen, die Kredite aufnehmen, bisher bei Latham nicht besonders ausgeprägt, bringt Hagelüken zusätzliche Erfahrung und Kontakte mit.

Bei Latham findet sie ein renommiertes Kreditfinanzierungsteam um Dr. Christina Ungeheuer und Dr. Andreas Diem vor, das für seine enge Kooperation mit den Kapitalmarktspezialisten in Deutschland, London und USA bekannt ist, ganz besonders bei High-Yield-Bonds. Gemeinsam mit der durch Felsenstein und Hesse gestärkten Private-Equity-Praxis erarbeitet sich Latham damit bei US-Deals einen Vorsprung gegenüber der Magic-Circle-Kanzlei Clifford. Mit jeweils vier Partnern und zwei Counsel sind die Kreditfinanzierungspraxen von Clifford und Latham nun gleich groß.

Prominente Wechsel im Kreditfinanzierungsmarkt hatte in den vergangenen Jahren Seltenheitswert, doch Hagelükens Weggang ist bereits der zweite innerhalb weniger Wochen. Im Juni ging Dr. Eva Reudelhuber von Linklaters zu Gleiss Lutz. (Eva Flick, Norbert Parzinger)

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