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01.09.2015

Leipzig: Petersen Hardraht wird größte Kanzlei Ostdeutschlands

In den viele Jahre lang statischen sächsischen Anwaltsmarkt kommt immer mehr Bewegung. Für den bislang personell größten Coup steht nun die in Leipzig, Dresden und Chemnitz vertretene Kanzlei Petersen Hardraht: Zum heutigen Tag gewann sie ein Team aus insgesamt vier Anwälten von CMS Hasche Sigle (Leipzig) und der Dresdner Kanzlei Cramer von Clausbruch sowie eine Steuerberaterin. Im Januar kommen drei Anwälte des langjährigen Leipziger Platzhirsches Mohns Tintelnot Pruggmayer Vennemann.

Steffen Pruggmayer

Steffen Pruggmayer

Prominenteste Quereinsteiger bei Petersen Hardraht sind der seit Anfang der 1990er-Jahre im Leipziger CMS-Büro als Partner tätige Eckhart Braun (50) sowie der MTPV-Namenspartner Steffen Pruggmayer (58).

Hintergrund für Pruggmayers Wechsel ist die Auflösung von Mohns Tintelnot Pruggmayer Vennemann zum Ende dieses Jahres. Die Anfang 2001 gegründete Kanzlei galt viele Jahre als Maß aller Dinge im Leipziger Anwaltsmarkt, ist dort jedoch seit Monaten vor allem wegen ihres Auseinandergehens Thema Nummer 1. Entstanden war sie nach der Zusammenlegung der früheren Leipziger Standorte der Freshfields-Vorgängerkanzlei Deringer Tessin Herrman & Sedemund sowie der Linklaters-Vorgängerin Oppenhoff & Rädler.

Nach JUVE-Informationen wird der im Presse- und Arbeitsrecht tätige Pruggmayer zusammen mit seinem zweiköpfigen Team bei Petersen Hardraht einsteigen. Pruggmayers bekannteste Mandantin ist seit Jahrzehnten der MDR.

Pruggmayer sowie seine bisherige Kanzlei haben bislang keine Stellung genommen. Offen ist zudem, ob die verbliebenen Partner Dr. Albrecht Tintelnot und Frank Vennemann weiterhin gemeinsam tätig sein werden.

CMS im Umbruch

Eckhart Braun

Eckhart Braun

Eckhart Braun war seit 1994 bei CMS und vor allem im Gesellschaftsrecht, M&A und im Arbeitsrecht tätig. Sein bekanntester Mandant ist das Thüringer Kommunikationstechnikunternehmen Funkwerk, das er seit vielen Jahren betreut.

Brauns Wechsel erfolgt in einer Periode der Neuaufstellung und stärkeren Spezialisierung des örtlichen CMS-Büros. Nachdem bereits vor einigen Jahren der langjährige Standortleiter Dr. Michael Frege nach Düsseldorf gegangen war, sind ihm im vergangenen Jahr mit dem Immobilienrechtler Frank Schneider und in diesem Jahr mit dem Prozess- und Gesellschaftsrechtler Frank Grünen zwei weitere langjährige Partner an den Rhein gefolgt. Dafür haben im Leipziger CMS-Büro mehr und mehr andere Partner das Ruder übernommen.

Schließlich stößt in Leipzig die Steuerberaterin Angelika Gransow (51) zu Petersen Hardraht. Sie wird Geschäftsführerin der Schwestergesellschaft der Kanzlei, der Mideta Steuerberatungsgesellschaft. Gransow war in den vergangenen Jahren selbstständig und zuvor im Hallenser Büro der Mittelrheinische Treuhand sowie bei PricewaterhouseCoopers tätig.

Zugänge auch in Dresden

In Dresden stockt das auf das Öffentliche Recht spezialisierte Büro um den früheren sächsischen Innenminister Klaus Hardraht um drei Anwälte auf. Von der örtlichen Wettbewerberin Cramer von Clausbruch kommt der Verwaltungsrechtler Joachim Kloos (40) zusammen mit seiner Associate. Beide steigen zunächst als angestellte Anwälte bei Petersen Hardraht ein. Hinzu kommt in Dresden als of Counsel Kloos‘ Weggefährte Prof. Dr. Michael Klein, emeritierter Lehrstuhlinhaber für öffentliches Recht an der Universität Halle/Saale.

Petersen Hardraht selbst war 2011 nach dem Auseinandergehen von Petersen Gründel entstanden. Gründel ist derzeit ebenfalls auf Expansionskurs und hatte zuletzt ein Team von Bren Lange Rosse geholt.

Die Zugänge ab Januar bereits mitgerechnet, dürfte Petersen Hardraht mit dann knapp 30 Berufsträgern zur personell größten Kanzlei Ostdeutschlands avancieren und insofern in eine Liga mit CMS, Noerr und KPMG Law vorstoßen. (Jörn Poppelbaum)

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