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09.09.2015

UPC-Strategie: Vossius eröffnet Büro in Düsseldorf

Die Münchner Patent- und Rechtsanwaltskanzlei Vossius & Partner eröffnet zum November einen weiteren Standort in Düsseldorf. Damit wird die renommierte IP-Kanzlei bei zwei Lokalkammern des neuen europäischen Patentgerichts (UPC) mit eigenem Büro präsent sein.

Kai Rüting

Kai Rüting

Für das Startteam gewann die Kanzlei den Düsseldorfer Patentprozessrechtler Dr. Kai Rüting (37) als Partner. Er war zuletzt als European Counsel bei Jones Day tätig. Gleichzeitig wechselt der Vossius-Partner und Rechtsanwalt Dr. Georg Rauh (35) von München nach Düsseldorf. Rauh und Rüting sollen mit ihrer langjährigen Erfahrung in komplexen Patentverletzungsstreitigkeiten das Prozessgeschäft, das an das wichtigste europäische Patentgericht in Düsseldorf geknüpft ist, ausbauen.

Die Betreuung des Bereichs Marken-, Design- und Wettbewerbsrecht am neuen Standort übernimmt Vossius-Partner Christian Hufnagel (37). Das Startteam am Rhein wird durch den auf Technik und IT spezialisierten Patentanwalt Dr. Christian Sandweg (33) als Partner komplettiert. Als strategischer Berater wird zudem of Counsel Wolfgang von Meibom den Aufbau des neuen Büros begleiten. Der ehemalige Managing-Partner und Leiter der Patentpraxis bei Bird & Bird war im vergangenen Jahr zu Vossius gewechselt, um die Kanzlei mit Blick auf den für den Jahreswechsel 2016/17 anvisierten Start des UPC zu beraten. Von Meibom und Rüting kennen sich aus gemeinsamen Zeiten bei Bird & Bird.

Georg Rauh

Georg Rauh

Düsseldorf ist nach München, Berlin und Basel der vierte Standort für Vossius im deutschsprachigen Raum. Die Sozietät hat bereits seit Längerem ein Prozessteam um Dr. Johann Pitz und Dr. Thure Schubert in der bayerischen Metropole. Die Eröffnung in Düsseldorf ist eine deutliche Kampfansage in Richtung der etablierten Prozesspraxen in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt, schließlich ist Vossius damit künftig an zwei zentralen UPC-Standorten präsent.

Außerdem erwarten Experten, dass Kanzleien mit gemischten Prozessteams wie Vossius im UPC-System einen Vorteil haben werden, weil hier anders als in Deutschland der Bestandschutz und die Verletzung eines Patents in einem Verfahren verhandelt werden können. Vossius ist insbesondere für die Betreuung von Biotech- und Pharmapatenten bekannt.

Schon eineinhalb Jahre vor dem Start des neuen Gerichtssystems sind die Folgen für die etablierten deutschen Prozessteams im internationalen Wettbewerb zu spüren. So gab im Juni die starke Prozesskanzlei Reimann Osterrieth Köhler Haft den Zusammenschluss mit Hoyng Monegier zu Hoyng ROKH Monegier bekannt. Kürzlich eröffnete Preu Bohlig & Partner ein Büro in Paris, dem künftigen Sitz des UPC-Zentralgerichts. Gleichzeitig spaltete sich das starke Düsseldorfer Büro als Kather Augenstein ab. Ein Grund für den Schritt sollen unterschiedliche Auffassung über die richtige UPC-Strategie gewesen sein. (Mathieu Klos)