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19.10.2015

Deutsche Bank: Karl von Rohr übernimmt Rechtsressort im Vorstand

John Cryan, der neue Co-Vorstandschef der Deutschen Bank, hatte den Umbau der Führungsriege gleich bei seinem Amtsantritt im Juli angekündigt, nun macht er ernst: Aufgelöst wird das Group Executive Committee, das bisherige Machtzentrum der Bank, ebenso wie zehn der derzeit 16 Vorstandsausschüsse. Ab Januar 2016 werden alle vier Unternehmenssparten direkt im Vorstand vertreten sein. Der dann auf zehn Mitglieder erweiterte Vorstand wird durch vier Generalbevollmächtigte ergänzt. Neuer Vorstand für Recht wird der bisherige Chief Operating Officer Karl von Rohr. Das Compliance-Ressort im Vorstand übernimmt Sylvie Matherat.

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Karl von Rohr

Matherat stand bisher an der Spitze der Abteilung für Government & Regulatory Affairs, im August 2014 war die Französin als erste Frau in den erweiterten Vorstand eingezogen. In ihrem neuen Amt als Chief Regulatory Officer verantwortet sie im Vorstand die Themen Regulierung und Compliance. Die Generalbevollmächtigte Nadine Faruque, die global für Compliance verantwortlich ist, wird an Matherat berichten.

Karl von Rohr, bisher Chief Operating Officer für das globale Management der Regionen, ist künftig auf Vorstandsebene für Corporate Governance und das Personalressort zuständig. Damit übernimmt er auch die Zuständigkeit für Rechtsbereiche, die seit Juli der neue Co-Chef der Bank, John Cryan, kommissarisch innehatte.

Es ist der dritte Wechsel an der Spitze des Rechtsressorts innerhalb eines Jahres. Erst im Januar hatte Christian Sewing, bis dahin Chef der Konzernrevision, den Vorstandsposten von Dr. Stephan Leithner übernommen. Anfang Juli jedoch übernahm Sewing die Sparte Geschäfts- und Privatkunden. Das Rechtsressort fiel vorübergehend an den neuen Co-Vorstandschef Cryan, der es nun an von Rohr abgibt. 

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Stephan Leithner

Dr. Stephan Leithner, der von 2012 bis Anfang dieses Jahres als Compliance-Vorstand auch die Rechtsabteilung unter sich hatte, verlässt die Deutsche Bank zum November und wird Partner beim Finanzinvestor EQT. Leithner, der im Vorstand derzeit noch für die Ressorts Personal, Compliance, Regierungsbeziehungen und Europa zuständig ist, war zuletzt in die Kritik geraten. Unter anderem warf die Finanzaufsicht BaFin der Deutschen Bank im Zusammenhang mit den Manipulationen am Zinssatz Libor Falschinformationen vor, wobei sie explizit auch Leithner als früheren Rechtsvorstand kritisierte. (Marc Chmielewski)

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