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22.10.2015

Köln: Langjähriger Corporate-Chef von Mayer Brown wechselt zu Oppenhoff

Der bekannte Transaktionsspezialist Christof Gaudig (51) verlässt Mayer Brown nach 18 Jahren und steigt zum November als Partner bei Oppenhoff & Partner in Köln ein. Damit verlässt nach dem Managing-Partner Dr. Jörg Wulfken binnen weniger Monate der zweite Partner die Kanzlei, der diese nach außen viele Jahre prägte.

Gaudig_Christof

Christof Gaudig

Gaudig war 1997 der erste deutsche Partner der US-Kanzlei Mayer Brown hierzulande. Für die Kanzlei, die 2001 mit Gaedertz fusionierte, baute er in den folgenden Jahren die Corporate/M&A-Praxis hierzulande mit auf und leitete sie von Köln aus viele Jahre. Als Mayer Brown 2011 ihre Büros in Köln und Berlin schloss, um in Düsseldorf zu eröffnen, wechselte Gaudig mit in die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt. Der Posten des Leiters der Corporate/M&A-Praxis ging aber an Friedrich Merz über, der aus dem Berliner Büro an den Rhein wechselte. Als Merz sich dann im vergangenen Jahr entschied, in der Kanzlei kürzer zu treten, übernahm Gaudig die Spitze der rund 20 Anwälte zählenden Praxis wieder. Vor zwei Monaten gab er sie dann aber wieder ab, als von Cleary Gottlieb Steen & Hamilton deren bekannter und langjähriger M&A-Partner Dr. Klaus Riehmer dazu stieß.

Gaudig begleitet insbesondere Investoren und internationale Unternehmen. Zu den Mandanten, die er in den vergangenen Jahren häufiger betreute, zählen unter anderem der US-Baumaschinenhersteller Caterpillar und der österreichische Autozulieferer Benteler.

Bei Oppenhoff stößt er zu einer Corporate/M&A-Praxis, die ebenfalls zahlreiche internationale Konzerne wie das Bauunternehmen Balfour Beatty, die Finanzholding JAB Holding oder den Heizungs- und Klimaspezialisten Johnson Controls zu ihren Kernmandanten zählt. Die Kanzlei ist bundesweit unter anderem für ihre Arbeit im Versicherungssektor und in der Rüstungsbranche bekannt. Im Kölner Markt stellt sie eine der größten Riegen erfahrener und bekannter Corporate-Partner, so etwa Rolf Koerfer, Dr. Stephan König und Dr. Dr. Georg Maier-Reimer. Daneben ernannte die Sozietät zuletzt mit Myriam Schilling eine jüngere Anwältin zur Equity-Partnerin – insgesamt indes dominieren erfahrene Partner die Präsenz der Praxis außergewöhnlich stark. Die gesamte Kanzlei befindet sich derzeit nach einigen Weggängen jüngerer Anwälte im Umbruch, insbesondere der Mittelbau ist eher schmal besetzt.

Im fortgesetzten Umbau befindet sich weiterhin auch Gaudigs bisherige Kanzlei Mayer Brown: Seit 2008 wandelt sich die US-Kanzlei radikal von einer fachlich breit ausgerichteten zu einer auf wenige Praxen fokussierten Einheit und verkleinerte sich auch personell. Wulfken, der diesen Umbau als Managing-Partner vorantrieb, bis er seinen Posten 2014 an Dr. Guido Zeppenfeld abgab, war im Sommer zu PricewaterhouseCoopers Legal gewechselt. Neben ihm verließen auch die beiden Bank- und Finanzrechtler Dirk-Peter Flor und Simon Grieser die Kanzlei und wechselten zu Reed Smith, umgekehrt stieß der Aufsichtsrechtler Dr. Alexander Behrens von Freshfields Bruckhaus Deringer dazu und eben auch der neue Corporate-Chef Klaus Riehmer, eines der bekannten Aushängeschilder von Cleary Gottlieb in den vergangenen Jahren. (René Bender)

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