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06.10.2015

München: IP-Kanzlei Ratner Prestia startet in Deutschland

Die amerikanische IP-Kanzlei Ratner Prestia eröffnet zum Januar 2016 ein Büro in München. Das Startteam bilden drei Quereinsteiger: Rechtsanwalt Alexander Son (43) sowie die Patentanwälte Dr. Fritz Wetzel (45) und Friedrich Scheele (50). Die Quereinsteiger waren zuvor für die IP-Kanzlei Stolmár & Partner tätig – dieser wiederum schließt sich nun die Boutique Schatt-IP an.

Alexander Son

Alexander Son

Die Anwälte des Startteams arbeiten bereits seit längerem mit Ratner Prestia zusammen und steigen als Equity-Partner ein. Son war bisher of Counsel bei Stolmár und gleichzeitig Partner seiner Sozietät Remmertz Son in München. Er wird Managing-Partner des neuen Ratner Prestia-Büros. Als Muttersprachler will er seine Kontakte zu südkoreanischen Mandanten wie Humax, IntroMedic und Daewoo Electronics intensivieren. Dabei dürfte helfen, dass Ratner Prestia sich zusätzlich mit dem koreanischen Patentanwalt Jongmyun Kim als of Counsel verstärkt. Dieser wird eng an das Münchner Büro angebunden sein.

Son und die Patentanwälte Wetzel und Scheele arbeiten schon seit vielen Jahren zusammen. Beide sind als deutsche und europäische Patentanwälte qualifiziert. Der Chemiker Wetzel ist bisher Partner bei Stolmár. Bei Ratner Prestia wird er vor allem die Life-Science-Mandanten wie Pharma- und Medizintechnikfirmen betreuen. Auch der Ingenieur Scheele war bei Stolmár tätig, bevor er vor drei Jahren zur Patentkanzlei Müller Hoffmann und Partner wechselte. 

Mit der Eröffnung in München verbessert Ratner Prestia seinen Zugang zum deutschen Markt und vor allem zum Europäischen Patentamt in München. Die Kanzlei reagiere mit dem Schritt auf Probleme, die es bei der Kooperation mit deutschen Kanzleien gegeben habe, sagte Jonathan Spadt, CEO von Ratner Prestia. Gleichzeitig gewinne die Kanzlei durch diesen Schritt auch Expertise, um ihre US-Mandanten strategisch zum kommenden neuen europäischen Patentsystem zu beraten.

Markus Schatt

Markus Schatt

Ratner Prestia hat bisher drei Büros in den USA und beschäftigt 32 Rechtsanwälte und 2 Patentanwälte. Zu den öffentlich bekannten Mandanten der Kanzlei gehören unter anderem der Medizintechnik-Konzern B.Braun Melsungen, Henkel, Porsche und Wacker Chemie. 

Schatt-IP schließt sich Stolmár an

Stolmár verstärkt sich vor dem Wechsel ihres Partners Wetzel durch den Zusammenschluss mit der Kanzlei Schatt-IP. Damit konzentriert sie sich strategisch auf den deutschsprachigen Mittelstand. Die kleine Münchner Einheit ist auf Patentanmeldungen spezialisiert und betreut etwa den Automobilzulieferer Faurecia, die Karlsruher Technologiefirma Physik Instrumente und das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik. Patentanwalt Markus Schatt (56) steigt als Partner bei Stolmár ein. Bevor er sich vor acht Jahren in eigener Kanzlei selbständig machte, war Schatt leitender Entwickler in der Luftfahrtindustrie, unter anderem bei Airbus. (Christina Geimer)