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28.10.2015

Top-Wechsel: Clifford holt M&A-Schwergewicht Anselm Raddatz von Freshfields

Clifford Chance ist ein Coup gelungen: Dr. Anselm Raddatz (53), Partner bei Freshfields Bruckhaus Deringer und einer der führenden M&A-Anwälte Deutschlands, wechselt in das Düsseldorfer Büro der Kanzlei. Raddatz ist bei Clifford der erste Quereinsteiger seit mehreren Jahren und markiert das Ende einer Reihe von Abgängen. Gemeinsam mit Dr. Thomas Krecek wird er die Corporate-Praxis leiten, zudem wird er Mitglied der Global Corporate Leadership Group. Bei Freshfields verantwortete er zuletzt als Co-Leiter die weltweite Sektorgruppe Energy and Natural Resources.

Anselm Raddatz

Anselm Raddatz

Raddatz verfügt über langjährige Erfahrung bei Private-Equity-Transaktionen, Restrukturierungen und Joint Ventures. Zuletzt hat er einige der größten grenzüberschreitenden Transaktionen im Bereich Energie und Energie-Infrastruktur begleitet und war unter anderem an der Seite von Triton, Cinven, E.on und Vattenfall zu sehen. Er beriet beispielsweise Triton beim Kauf der Wärmetauschsparte des Düsseldorfer Maschinenbaukonzerns Gea. Neben seiner Tätigkeit für Finanzinvestoren ist er aber auch für Unternehmen aktiv. Im Frühjahr dieses Jahres war er etwa für ThyssenKrupp beim Verkauf der Edelstahlsparte an den Finanzinvestor Lindsay Goldberg tätig.

Dr. Peter Dieners, Geschäftsführender Partner von Clifford in Deutschland, sagte: „Anselm Raddatz ist ein großer Gewinn für Clifford Chance. Er wird als Partner im Bereich Corporate starke Impulse setzen und eine ideale Ergänzung für unser junges, ebenso erfolgreiches wie ehrgeiziges Corporate-Team sein.“

Trendwende bei Clifford

Dieners hatte in diesem Jahr wenig gute Nachrichten zu verkünden. Vielmehr war es seine Aufgabe, seit Ende 2014 einen von London verordneten Verschlankungskurs umzusetzen. Im Zuge dessen verließen neun – teils langjährige – Partner die Kanzlei. Hinzu kamen herbe Verluste wie der Weggang des ehemaligen Corporate-Chefs und Leiter der globalen Private-Equity-Gruppe Oliver Felsenstein zu Latham & Watkins. Ihm schloss sich zudem ein anerkannter Partner der jüngeren Generation, Burc Hesse, an. Auch Alexandra Hagelüken, Eigengewächs der Kanzlei und Leiterin der Bank- und Finanzrechtspraxis, machte sich zuletzt Richtung Latham auf.

Teil der neuen Strategie von Clifford war es aber auch, hochkarätige Quereinsteiger für sich gewinnen zu wollen – was bisher noch nicht gelungen war. Insofern ist Raddatz‘ Wechsel ein wichtiger Schritt, zumal er mit seinen Schwerpunkten und mit seinen Kontakten gut zu Cliffords Kerngeschäft passt. Cliffords M&A-Praxis hatte in den vergangenen Monaten trotz der Schrumpfkur eine beachtliche Anzahl an hochkarätigen Deals gestemmt. Dabei fehlten der Praxis bis dato in der Marktwahrnehmung erfahrene Anwälte mit ausgezeichneten Kontakten in die Vorstandsetagen.

Für Freshfields bedeutet der Weggang ein Verlust. Raddatz arbeitete dort seit 22 Jahren, seit 18 Jahren als Partner. Gerade im Düsseldorfer Büro galt er als Integrationsfigur, die nach dem Weggang von Dr. Ralph Wollburg und Achim Kirchfeld zu Linklaters 2007 die erfolgreiche Corporate-Praxis führte. In der Düsseldorfer Corporate-Praxis verbleibt nun ein eher jüngeres Team. Freshfields verfügt aber an den anderen Standorten über einige sehr namhafte und erfahrene Anwälte wie Dr. Andreas Fabritius und Dr. Ludwig Leyendecker. Wer bei Freshfields neuer Co-Leiter der Sektorgruppe Energy and Natural Resources wird, steht noch nicht fest. (Eva Flick) 

 

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