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16.10.2015

VW-Skandal: Freshfields managt die größte Rückrufaktion der Firmengeschichte

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat einen Rückruf aller 2,4 Millionen VW-Fahrzeuge angeordnet, die in Deutschland mit manipulierter Software ausgestattet sind. Freshfields Bruckhaus Deringer berät den VW-Konzern dabei im Rahmen eines größeren fachübergreifenden Mandats bei der Aufklärung der aktuellen Vorwürfe.

Rolf Trittmann

Rolf Trittmann

Für den öffentlich-rechtlichen Teil des VW-Mandats sind Marktinformationen zufolge die Berliner Partner Dr. Benedikt Wolfers und Dr. Marcel Kaufmann zuständig. Sie koordinieren zudem die rechtliche Absicherung gegenüber weiteren Aufsichtsbehörden in mehreren Ländern. Die Kölner Partnerin Dr. Julianne Hilf berät unter anderem zu etwaige Verbraucherklagen und Klagen von NGOs, etwa aus dem Bereich Klimaschutz.

Das gesamte VW-Großmandat wird bei Freshfields unter anderem von Prof. Dr. Rolf Trittmann geführt, der gemeinsam mit der Frankfurter Dispute-Resolution-Partnerin Dr. Martina de Lind van Wijngaarden auch die zivilrechtlichen Ansprüche koordinieren wird, die nun von Händlern und Importeuren auf VW zukommen könnten. Eine Ballung von drohenden Lieferanten- und Kundenstreitigkeiten hat es in einem derartigen Ausmaß wie jetzt bei VW noch nie gegeben.

Im Markt wird außerdem Streit mit den Vertragshändlern um Bonuszahlungen als weiteres Minenfeld für VW diskutiert. Diese sind in der Regel an bestimmte Absatzmengen gekoppelt, die sich nun möglicherweise nicht mehr erreichen lassen. Die Händler könnten dementsprechend gerichtlich Kompensation für entgangene Boni fordern. In der Schweiz hat ein Zulassungsstopp das Geschäft der Händler sogar zum Erliegen gebracht. Die Händlerverbände von VW und Audi haben auch in der aktuellen Entwicklung ihren langjährigen Berater, den Kölner Osborne Clarke-Partner Uwe Brossette, an der Seite.

Für die wettbewerbsrechtlichen Themen ist bei Freshfields in dem Mandat zudem Dr. Andrea Lensing-Kramer zuständig.

Es gilt als sicher, dass VW allein wegen der Dimension des Rückrufs in verschiedenen Ländern neben Freshfields weitere örtliche Kanzleien hinzuziehen wird.

Im KBA verantwortet der Leiter der Rechtsabteilung Frank Liebhart die juristische Seite der Rückrufaktion, externe Berater wurden nicht hinzugezogen.

VW hat Freshfields mit der Koordination verschiedener Rechtsfragen außerhalb der USA und Kanada beauftragt. Im US-Markt steht dem Autobauer  bei der internen Untersuchung Jones Day und  in Bezug auf die regulatorischen Aspekte Kirkland & Ellis zur Seite. (Ulrike Barth, Eva Flick)

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