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27.11.2015

Start in Deutschland: Bahn-Kartellchef wird Managing-Partner bei Hausfeld

Dr. Christopher Rother, bisher Leiter für Regulierungs-, Wettbewerbs- und Kartellrecht bei der Deutschen Bahn, steigt als Managing-Partner im neuen Berliner Büro der US-Sozietät Hausfeld ein. Die US-Klägerkanzlei eröffnet dort im Januar ihren ersten deutschen Standort.

JUVE-Informationen zufolge kommt zudem Dr. Thomas Höppner als zweiter Partner, derzeit Senior Associate im Berliner Büro von Greenberg Traurig. Auf Nachfrage wollte Hausfeld dies nicht kommentieren.

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Christopher Rother

Hausfeld ist auf komplexe Verfahren spezialisiert und baut vor allem das Geschäft mit Kartellschadensersatzklagen in Europa seit Längerem aus: Im vergangenen Jahr eröffnete die US-Sozietät ein Büro in Brüssel, zuvor war sie lediglich in London vertreten. 

Rother gilt unter Unternehmens-Kartellrechtlern als Pionier bei Schadensersatzthemen. Fast zwei Jahrzehnte leitete er die Kartellrechtsabteilung der Deutschen Bahn, die zuletzt mehr als 20 spezialisierte Juristen zählte. Ab 2010 baute er eine eigene Abteilung für die Durchsetzung von Kartellschadensersatzforderungen auf, die heute von Dr. Tilman Makatsch geleitet wird. In vielen Fällen konnte das Team um Rother und Makatsch außergerichtlich Schadensersatz erstreiten. In zahlreichen weiteren Fällen sind Klagen der Bahn in mehreren europäischen Ländern anhängig, darunter der bisher größte deutsche Kartellschadensersatzprozess gegen das Luftfrachtkartell am Landgericht Köln.

Hausfeld hatte vor Kurzem angekündigt, nach der Eröffnung des Berliner Büros mit dem Prozessfinanzierer Burford zu kooperieren, der 30 Millionen Euro für Verfahren in Deutschland bereitstellen will. Was die konkrete Besetzung des neuen Büros angeht, hatte sich Hausfeld bei der ersten Ankündigung vor wenigen Wochen noch zugeknöpft gezeigt. Über den Einstieg Rothers hatten Marktbeobachter allerdings ausgiebig spekuliert – unter anderem, weil Rother und Hausfelds Managing-Partner in Brüssel, Laurent Geelhand, sich gut kennen.

Der zweite Neupartner bei Hausfeld, Thomas Höppner, gilt als Experte für Hightech- und Medienthemen, vor allem mit Bezug auf den Missbrauch von Marktmacht. Unter anderem war er Teil eines Teams, das den Bundesverband Deutscher Zeitschriftenverleger bei einer Missbrauchsbeschwerde gegen den Internetkonzern Google vor der EU-Kommission vertrat. (Marc Chmielewski)