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07.01.2016

Düsseldorf: PwC-Steuerexperte wird Partner bei Baker Tilly Roelfs

Der Steuerspezialist Carsten Hüning (41) ist als Partner im Düsseldorfer Büro von Baker Tilly Roelfs eingestiegen. Dafür verließ er zum Jahresbeginn die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers, für die er in Essen zuletzt als Director im Team für Verrechnungspreise tätig war. Hüning war nach gut neun Jahren bei der Wettbewerberin KPMG im Frühjahr 2013 zu PwC zurückgekehrt, wo er seine Karriere 2002 begonnen hatte.

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Carsten Hüning

Bei seiner Rückkehr war er zunächst als Senior Manager eingestiegen, im Juli 2014 wurde er dann zum Director befördert, einem Status, der in Wirtschaftskanzleien mit dem eines Salary-Partners vergleichbar ist. Hüning ist studierter Betriebswirt mit Schwerpunkt Unternehmensrechnung und -Besteuerung sowie Wirtschafts- und Arbeitsrecht. Sein Fokus liegt vor allem in der Gestaltung und Implementierung von Verrechnungspreis-Systemen, dem Erstellen von Dokumentationen dazu sowie deren Verteidigung im Rahmen von Betriebsprüfungen. Bei Baker Tilly Roelfs ist Hüning neben Carsten Kratzer künftig der zweite Partner in dem auf Verrechnungspreise spezialisierten Team. Mit Hüning wechselte auch der Rechtsanwalt Daniel Hewera (36) zu Baker Tilly, er stieg als Manager ein. Hüning und Hewera arbeiten schon seit Jahren zusammen.

Verrechnungspreise gehören derzeit zu den gefragtesten Themen im Steuerrecht, maßgeblich befördert durch die sogenannte BEPS-Steuerinitiative der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Diese richtet sich gegen „Base Erosion and Profit Shifting“ (BEPS), die aggressive Steuergestaltung multinationaler Konzerne durch die Verminderung steuerlicher Bemessungsgrundlagen und das grenzüberschreitende Verschieben von Gewinnen. Im vergangenen Herbst einigten sich die OECD und die G20-Finanzminister auf Richtlinien. Auf die zu erwartenden Veränderungen stellen sich Unternehmen zunehmend ein und konzentrieren sich dabei auch darauf, die neuen Dokumentationsvorgaben bei Verrechnungspreisen umzusetzen.

Mit Umsetzung der BEPS-Maßnahmen der OECD stehen in diesem Bereich weitreichende Veränderungen an. „Entsprechend rasant steigt derzeit auch die Nachfrage nach Beratung im Bereich internationaler Steuergestaltung“, sagte Wolfgang Richter, der im Management von Baker Tilly Roelfs Recht & Steuern verantwortet. Mit Hüning als Partner werde die Kanzlei ihr Team weiter ausbauen und „dieses für uns wichtige Wachstumssegment nachhaltig stärken“, so Richter. In Düsseldorf beschäftigen sich in der Steuerberatungsgesellschaft der multidisziplinären Einheit nun rund zehn Berufsträger ausschließlich oder regelmäßig mit Verrechnungspreisen. Damit ist bei Baker Tilly in diesem Spezialfeld auch der bundesweite Schwerpunkt dort angesiedelt, während insgesamt der Großteil der Rechtsanwälte und Steuerberater in München arbeitet.

In der bayrischen Landeshauptstadt holte sie erst im Dezember zudem den Prozessexperten Matthias Weyhreter (44) von Noerr dazu. Allerdings wuchs Baker Tilly – derzeit eine der expansivsten Einheiten im Markt – auch an anderen Standorten zuletzt teils deutlich. So ging sie vor wenigen Monaten etwa mit der Hamburger TPW-Gruppe zusammen und verstärkte sich mit 20 Partnern in der Hansestadt. In Düsseldorf hatte Baker Tilly vor Jahresfrist Joachim Knief (49) von KPMG als Partner dazu geholt, der auf Unternehmenssteuerrecht spezialisiert ist. (René Bender)

 

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