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27.01.2016

Nächster Coup: Latham holt Rainer Traugott von Linklaters

Einer der führenden Transaktionsanwälte Deutschlands, Dr. Rainer Traugott, wechselt in München von Linklaters zu Latham & Watkins. Für die US-Kanzlei ist der 49-Jährige der zweite wichtige Seiteneinsteiger im Bereich M&A innerhalb eines Jahres: Im Mai 2015 hatte Latham den renommierten Private-Equity-Partner Oliver Felsenstein von Clifford Chance gewonnen. Im Sommer vergangenen Jahres hatte die US-Kanzlei allerdings auch Verluste hinnehmen müssen: Unter anderem verließ der bekannte Münchner Private-Equity-Partner Dr. Jörg Kirchner die Kanzlei und schloss sich Kirkland & Ellis an.

Rainer Traugott

Rainer Traugott

Der genaue Zeitpunkt des Wechsels steht noch nicht fest. Traugott hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten M&A-Anwälte von Linklaters entwickelt. Er verfügt über eine breit aufgestellte Praxis mit einem besonders starken Schwerpunkt bei Private-Equity-Transaktionen. Einer seiner großen Erfolge war die zunehmend intensive Beratung von Triton. Dazu kamen neue Mandanten wie IK Investment.

Zudem hat Traugott die Beziehung von Linklaters zu Siemens stark geprägt und ausgebaut. Das führte dazu, dass Linklaters den Konzern bei verschiedenen Projekten betreute, beispielsweise 2014 beim Erwerb des Gasturbinengeschäftes von Rolls-Royce Energy sowie bei der versuchten Übernahme von Alstom im selben Jahr und bei der Abspaltung von Osram. Doch neben Traugott sind auch der Düsseldorfer Partner Dr. Ralph Wollburg und der jüngere Münchner Partner Dr. Timo Engelhardt für ihre guten Kontakte zu Siemens bekannt. Daneben war es zuletzt auch Clifford Chance gelungen, ihre Beziehung zu Triton durch den Zugang des Freshfields Bruckhaus Deringer-Partners Anselm Raddatz zu verstärken und so die Konkurrenz für Traugott und Linklaters zu verschärfen.

Verlust für Linklaters

Für Linklaters ist der Verlust von Traugott ein ernsthafter Schlag. Die Private-Equity-Praxis hat zwar mit Ralph Drebes in Frankfurt einen der prominentesten Nachwuchspartner im Markt. Er übernimmt künftig auch die Leitung der deutschen Private-Equity-Praxis. Es gibt jedoch keinen Senior-Partner in der Gruppe, seitdem Dr. Ulrich Wolff sich zunehmend um grenzüberschreitende strategische Mandanten kümmert. Auch im Münchner Büro hinterlässt Traugott eine große Lücke. Der erfahrene Corporate-Partner Dr. Wolfgang Krauel hat eine starke Praxis bei der Beratung von Versicherungsunternehmen, die anderen Münchner Vollpartner gehören eher zur jüngeren Generation.

Für Latham stellt der Wechsel von Traugott einen weiteren Coup dar. Mit Felsenstein war in München auch der ehemalige Clifford-Partner Burc Hesse gekommen, mit dem Traugott nun die Corporate-Praxis vor Ort wieder aufbauen will. Hesse hat schon seit seiner Ankunft bei Latham etliche Deals unter anderem für Finanzinvestoren wie Antin Infrastructure Partners beim Kauf von Amedes beraten. Denn neben Kirchner hatte Latham in München noch einen weiteren Corporate-Partner verloren: Kilian Helmreich wechselte zu Gütt Olk Feldhaus. (Aled Griffiths)

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