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26.02.2016

Neues Panel: EnBW setzt auf kleinere Kanzleien und mehr Inhouse-Arbeit

EnBW hat den Aufbau seines neuen Panels abgeschlossen. 52 Kanzleien hatten sich im Rahmen eines Beauty Contests bei dem Karlsruher Energiekonzern vorgestellt. Letztlich erhielten 14 Sozietäten den Zuschlag. Unter ihnen sind nicht nur internationale Großkanzleien, sondern auch kleinere, mittelständische Einheiten. Der General Counsel von EnBW, Bernd-Michael Zinow, will künftig für externe Berater zehn Prozent weniger ausgeben als bislang.

Bernd-Michael Zinow

Bernd-Michael Zinow

Welche Kanzleien es auf das Panel geschafft haben, ist nicht bekannt. Grund für die Wahl kleinerer Kanzleien war für Zinow vor allem die gute Qualität bei geringeren Stundensätzen im Vergleich zu High-End-Kanzleien. Zudem kann für die Mandatierung von kleineren Kanzleien auch deren Präsenz vor Ort ausschlaggebend sein. In Zeiten des Kostendrucks, der mit den Umwälzungen innerhalb der Energiebranche auch bei EnBW entstanden ist, sind das für Zinow wichtige Argumente. So sollen künftig zehn Prozent der Beraterkosten eingespart werden.

Dieses Ziel soll aber nicht nur durch die zunehmende Mandatierung von mittelständischen Kanzleien erreicht werden. Vielmehr soll dazu auch ein detaillierter Rahmenvertrag beitragen, den alle Panel-Kanzleien erhalten haben und der ganz klare Abrechnungsregeln vorschreibt. Einheitliche Stundensätze gibt das Unternehmen seinen Beratern allerdings nicht vor. Zinow räumt ein, dass er durchaus bereit ist, für herausragende Experten einen höheren Preis zu zahlen.

Bereitschaft zur Pauschale

Dennoch erwartet der General Counsel von seinen Kanzleien sehr viel Flexibilität bei den Honoraren. Deshalb sind die Verträge mit Öffnungsklauseln versehen, so dass bei jeder Mandatierung erneut über den Preis gesprochen werden kann. Gerade von High-End-Kanzleien, so Zinow, könne man eine hohe Beweglichkeit nicht nur bei der Höhe der Stundensätze, sondern auch bei die Bereitschaft zur Vereinbarung von Pauschalen erwarten. Damit folgt EnBW dem Trend von Rechtsabteilungen, immer häufiger Alternativen zum Stundensatz zu vereinbaren.

Um das Budget für externe Berater weiter kürzen zu können, sollen zudem künftig die Inhousejuristen selbst mehr erledigen. Dafür hat die Rechtsabteilung fünf neue Stellen für Volljuristen geschaffen. Nichtsdestotrotz wurde das neue Panel nicht nur aufgestellt, um Kosten zu reduzieren.Vielmehr ging es darum, die bisherige Beraterliste zu überholen und weniger komplex zu gestalten.

Einkäufer als Kostenwächter

In dem Prozess der Panel-Strukturierung nahm die Einkaufabteilung eine wichtige Rolle ein. Vor allem bei der Administration der Ausschreibungen im Vorfeld unterstützten die Einkäufer die Rechtsabteilung. Bei den Verhandlungen kam ihnen dann die Rolle des Kostenwächters zu, während die Juristen sich eher auf fachliche Aspekte, Service, Stundensätze und Sympathie konzentrierten. (Christin Nünemann)