Artikel drucken
09.02.2016

Schlüsselposition wieder besetzt: Daimler beruft neuen Rechtschef

Dr. Thomas Laubert (43) leitet ab März die Rechtsabteilung des Daimler-Konzerns. Er folgt auf Renata Jungo Brüngger (54), die zum Jahresbeginn in den Vorstand des Autobauers aufgerückt war und dort seither an der Spitze des Ressort Integrität und Recht steht. Laubert arbeitete zu Beginn seiner Karriere zunächst drei Jahre als Rechtsanwalt für die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte, bevor er 2004 zu Daimler wechselte.

Laubert

Thomas Laubert

Für den Autobauer begleitete er in der Folge vor allem die Untersuchungen, die gegen das Unternehmen in den USA wegen Verletzungen des Gesetzes zur Korruptionsbekämpfung (Foreign Corrupt Practices Act, FCPA) liefen. Dabei war er auch in führender Rolle in die Vergleichsverhandlungen mit dem US-Justizministerium und der Börsenaufsicht SEC eingebunden. 2009 wechselte er für den Konzern für drei Jahre in die USA und führte das Unternehmen unter anderem 2010 zu einer Einigung mit den Behörden, die eine Geldbuße von mehr als 90 Millionen US-Dollar und eine Gewinnabschöpfung von ebenfalls mehr als 90 Millionen Dollar vorsah. Zudem fungierte Laubert als rechtlicher Koordinator zwischen den US-Tochtergesellschaften von Daimler und der Stuttgarter Konzernzentrale, beriet die US-Töchter unter anderem in Compliance-Fragen und arbeitete für den Konzern in verschiedenen prozessualen Auseinandersetzungen.

Wieder zurück in Deutschland übernahm Laubert 2012 die Spitze der Abteilung für Legal Regulatory Compliance und war für die Betreuung des von den US-Behörden eingesetzten Compliance-Monitors Louis Freeh verantwortlich. Zuletzt schließlich verantwortete der Compliance-Experte weltweit die Themen Strafrecht, Öffentliches Recht sowie Kartellrecht nebst dem dazugehörigen Kartellrechts-Compliance-Programm und führte ein Team aus 35 Mitarbeitern.

Noch deutlich mehr Mitarbeiter werden künftig unter ihm arbeiten. In Deutschland sind JUVE-Informationen zufolge deutlich mehr als 100 Volljuristen für Daimler tätig. Der Konzern selbst gibt keine genauen Zahlen über die Größe seiner Rechtsabteilung bekannt. An deren Spitze stand in den vergangenen vier Jahren die Schweizerin Renata Jungo Brüngger. Als dann zum Jahreswechsel Dr. Christine Hohmann-Dennhardt zu Volkswagen wechselte, um dem skandalgeplagten Konzern durch die Dieselgate-Affäre zu helfen, folgte ihr Jungo Brüngger als Vorstand für Recht und Integrität und die Rechtsspitze wurde vakant. (René Bender)