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01.03.2016

Expansion: GSK eröffnet in Luxemburg

Seit heute ist GSK Stockmann + Kollegen auch in Luxemburg präsent. Die Kanzlei gewann drei Partner der anerkannten lokalen Kanzlei Bonn & Schmitt, die mehrjährige Erfahrung unter anderem bei Kapitalmarktthemen, Investmentfonds und Private Equity mitbringen. Weitere Zugänge sollen folgen.

Marcus Peter

Marcus Peter

Die drei neuen Equity-Partner Dr. Marcus Peter (40), Andreas Heinzmann (39) und Dr. Philipp Mößner (41) verfügen über eine deutsche Zulassung, sind aber alle seit mindestens neun Jahren in Luxemburg tätig. Während Peter und Mößner durchgängig bei Bonn & Schmitt waren, legte Heinzmann einen Zwischenstopp bei Allen & Overy ein. Zwischen den Neuzugängen und GSK bestehen bereits seit einigen Jahren Kontakte. So kooperierte man immer wieder bei geeigneten Mandaten, etwa Share-Deals im Immobiliensektor.

Peter konzentriert sich vor allem auf Investmentfonds, einschließlich Immobilieninvestments und auf die Beratung von Private-Equity-Investoren. Er ergänzt damit die anerkannte aufsichtsrechtliche Praxis von GSK um die Luxemburger Facette. Schwerpunkt von Heinzmann sind Debt-Capital-Markets, er berät bei Verbriefungen und Anleihen. Mößner schließlich deckt den Bereich Equity-Capital-Markets und Immobilientransaktionen ab.

Alle drei beraten auch gesellschaftsrechtlich. Ob ihnen Associates folgen, ist bislang offen. GSK spricht jedoch bereits mit potenziellen weiteren Zugängen. Der Münchner Banking-Partner Dr. Timo Bernau wird ebenfalls einen Teil seiner Zeit im Luxemburger Büro verbringen, um die neuen Kollegen zügig in die Gesamtkanzlei einzubinden.  

Andreas Heinzmann

Andreas Heinzmann

Das neue Luxemburger Team ergänzt die Kompetenzen von GSK in Deutschland nahezu ideal. Auch mit Blick auf das internationale Kanzleinetzwerk Broadlaw sehen die GSK-Managing-Partner Dr. Olaf Schmechel und Dr. Oliver Glück großes Potenzial in dem neuen Standort. Vor etwa eineinhalb Jahren hatte GSK begonnen, ihr Management zu straffen und die Kanzlei deutlich strategischer weiterzuentwickeln.

So rückten auch GSK und ihre Partnerkanzleien enger zusammen. In der Folge verließen eine Reihe von Partnern die Kanzlei, die Standorte Stuttgart und Düsseldorf gibt es nicht mehr. Mit der Eröffnung in Luxemburg schlägt GSK nun wieder einen Expansionskurs ein.

Philipp Mößner

Philipp Mößner

Luxemburg bleibt für Kanzleien ein attraktiver Standort. Zuletzt hatte dort etwa Simmons & Simmons eröffnet. Gerade in den Beratungsfelder, die nun GSK ins Visier nimmt, scheinen sich die vor einigen Jahren unter ,Lux Leaks‘ bekannt gewordenen Enthüllungen über die Steuersparmodelle in dem Großherzogtum bislang kaum auszuwirken.

Seinerzeit war befürchtet worden, dass die Position Luxemburgs als Finanz- und Holdingzentrum Europas durch die öffentliche Kritik deutlich geschwächt werden würde. Tatsächlich hat der Standort aber vor allem bei Immobilien-Share-Deals nicht an Bedeutung verloren.

Der Markt wird von einer guten Handvoll örtlicher Kanzleien – darunter auch die bisherige Sozietät der drei neuen GSK-Partner – und einer wachsenden Zahl internationaler Sozietäten dominiert. Von den deutschen Kanzleien ist insbesondere Luther mit einem größeren Büro dort vertreten. Als künftiger Sitz des Unified Patent Courts (UPC) wird die Stadt wohl noch weitere Kanzleien anziehen. So hat etwa Bird & Bird schon Mitte Januar ein Büro eröffnet. (Astrid Jatzkowski)

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