Artikel drucken
18.04.2016

Schweiz: Chinesische Großkanzlei Yingke eröffnet in Zürich

Eine der größten Kanzleien Chinas startet in Zürich: Dafür schließt Yingke eine Kooperation mit Reber, einer lokal vernetzten Wirtschaftskanzlei. Reber arbeitet schon eng mit der Berliner Einheit Dr. Köhler und Partner zusammen, die ebenfalls zum Yingke-Netzwerk gehört. Mit dem Schweizer Büro, das unter Yingke Reber firmiert, erhöhen die Chinesen die Zahl ihrer Auslandsbüros auf 31.

Robert Hayer

Robert Hayer

Reber wurde 1988 in Zürich gegründet und zählt über sieben Partner, darunter Dr. Maja Baumann, Mitglied einer der Eigentümerfamilien der Schweizer Bank Vontobel. Die Einheit deckt Handels-und Gesellschaftsrecht für kleine und mittelständische Betriebe ebenso ab wie die strategische Beratung börsennotierter Firmen und öffentlich-rechtlicher Träger. Zudem haben die Partner Schwerpunkte im Schiedsrecht sowie bei Immobilien – und auch Erfahrung in Transaktionen mit chinesischem Bezug. Erst zum April stieß zudem die Steuerexpertin Kerstin Heidrich als Partnerin dazu, die zuvor bei Ernst & Young und Deloitte schon China Desks betreut hatte.

Mei Xiangrong

Mei Xiangrong

Yingke, eine Full-Service Kanzlei mit rund 4.000 Mitarbeitern allein in China, hat ihren Hauptsitz im Dacheng International Center in Peking. An den internationalen Standorten – darunter Chicago, New York und Sao Paulo, aber auch in Brüssel, Tel Aviv und Seoul – sind weitere rund 2.000 Juristen tätig. 

Zuletzt hatte Yingke ihre Europa-Aktivitäten deutlich verstärkt. Erst im vergangenen September gab sie die Partnerschaft mit der politisch vernetzten Berliner Kanzlei Dr. Köhler und Partner bekannt. Im November folgte der Schulterschluss mit der britischen Sozietät Memery Crystal. Zum Schritt in die Schweiz sagte Yingke-Mitbegründer Xiangrong Mei: „Damit können wir unseren Klienten direkten Kontakt zu erfahrenen Anwälten und Steuerberatern in der Schweiz bieten, einem der attraktivsten Märkte derzeit für chinesische Investments in Europa.“ In dieser Woche treffen sich alle Partner der rund dreißig Auslandsbüros von Yingke in Zürich.

Die Schweiz verfügt seit anderthalb Jahren über ein Freihandelsabkommen mit der Volksrepublik China. Dem Abkommen vorausgegangen war ein neues Investitionsschutzabkommen zwischen den beiden Staaten, das im April 2010 in Kraft trat.

Yingke kündigte bereits an, ihr Netzwerk in der EU weiter auszubauen. An jedem Auslandsstandort eröffnet die Kanzlei parallel Service-Einheiten, die etwa M&A-Beratung bieten oder Unterstützung bei Immobilieninvestments chinesischer Unternehmen oder wohlhabender Familien. In Zürich startet diese Einheit unter der Flagge Yingke Köhler China Center (YKCC), als Arm der multidisziplinären Berliner Beratungsgesellschaft um Dr. Andreas Köhler. (Sonja Behrens)

  • Teilen