Artikel drucken
21.04.2016

UPC-Strategie: Hoyng ROKH Monegier eröffnet Büro in München

Hoyng ROKH Monegier schließt eine weitere Lücke im Hinblick auf den Start des neuen europäischen Patentgerichts (UPC) im kommenden Jahr. Die IP-Kanzlei eröffnet zum September ein Büro in München. Dort sind neben dem Europäischen Patentamt künftig auch eine UPC-Lokalkammer sowie Teile des Zentralgerichts angesiedelt. München ist nach Düsseldorf und Mannheim das dritte deutsche Büro der Kanzlei.

Klaus Haft

Klaus Haft

Für den Schritt an die Isar wechselt Klaus Haft, einer der bekanntesten Patentprozessrechtler der Kanzlei, nach München. Er wird zunächst seine Arbeitszeit zwischen München und dem Stammbüro in Düsseldorf aufteilen. Hier arbeitet der Großteil der 23 deutschen IP-Anwälte von Hoyng ROKH Monegier.

Mit dem Schritt reagiert die Kanzlei nicht nur auf die künftigen Herausforderungen, die das UPC an die Patentprozesskanzleien in Europa stellt, sondern auch auf die wachsende Bedeutung des nationalen Gerichtsstandortes München. Hier sind neben dem Deutschen Patent- und Markenamt auch das Bundespatentgericht sowie zwei spezialisierte Kammern am Landgericht München beheimatet. Diese hatten zuletzt an Bedeutung gewonnen, nachdem ihre Prozessordnung reformiert worden war und sie mit schnellen Urteilen attraktiv für Klagen um Mobilfunkpatente geworden war.

Fast an allen UPC-Standorten präsent

Mit ihren deutschen Büros ist Hoyng ROKH Monegier an den drei wichtigsten Patentgerichten hierzulande präsent. Gemeinsam mit Hamburg stellen sie im UPC-System die vier deutschen Eingangsinstanzen. Die Kanzlei war im vergangenen Sommer durch die Fusion von Hoyng Monegier und Reimann Osterrieth Köhler Haft (ROKH) entstanden. Mit rund 100 IP-Anwälten ist sie auch an den UPC-Standorten Amsterdam, Brüssel und Paris präsent. Einzig London fehlt ihr, um alle wichtige UPC-Standorte abzudecken. Ihr siebtes Büro ist in Madrid.

Keine andere spezialisierte IP-Prozesskanzlei ist derzeit an so vielen europäischen Standorten präsent. Einzig die IP-Teams von Bird & Bird, Hogan Lovells und Taylor Wessing haben eine vergleichbare Präsenz.

Die Fusion der beiden europäischen IP-Kanzleien hatte vor allem die übrigen deutschen Prozessboutiquen unter Zugzwang gesetzt. Diese suchen für den Start des UPC derzeit engere Kooperationen mit vergleichbaren Kanzleien in London, Amsterdam und Paris. Hier ist die Zahl von möglichen Partnersozietäten, die ähnlich intensiv Patentprozesse führen, jedoch deutlich geringer als in Düsseldorf oder München. (Mathieu Klos)