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29.07.2016

King & Wood: Partner bewilligen Finanzspritze

Eine große Mehrheit der Partnerschaft von King & Wood Mallesons in Europa und dem Nahen Osten hat der geplanten Rekapitalisierung zugestimmt. 98 Prozent der Stimmberechtigten sprachen sich für die Maßnahme aus, die die Eigenkapitalbasis der australisch-chinesischen Großkanzlei um 14 Millionen britische Pfund erhöhen soll.

Wie viel jeder Partner zahlen muss, ist von der Anzahl seiner Punkte abhängig. Die Kanzlei nutzt dabei eine Skala von 20 bis 60 Punkten, jeder zugeschriebene Punkt entspricht einem Wert von 14.000 Pfund (16.700 Euro) in der Gewinnausschüttung. Im Rahmen der Rekapitalisierung sollen die Partner für jeden ihrer Punkte 4.000 britische Pfund zahlen, also zwischen 80.000 und 240.000 britische Pfund, umgerechnet zwischen 95.000 und 285.000 Euro.

Auch die sogenannten Junior-Equity-Partner, die wie Equity-Partner voll stimmberechtigt sind, sind betroffen und sollen künftig auch am Gewinn beteiligt werden. Britische Medien berichten in diesem Zusammenhang von einer Summe von 60.000 britischen Pfund (71.000 Euro). JUVE-Informationen zufolge weicht die zu zahlende Summe für europäische Anwälte allerdings von dieser Angabe ab. Bislang waren die Junior-Equity-Partner nicht an den Gewinnausschüttungen beteiligt, sondern erhielten zusätzlich zu ihrer weitgehend fixen Vergütung lediglich Boni. Im Londoner Kanzleimarkt sind Einlagen auch von Salary-Partnern nicht unüblich.

Die Kanzlei kommentiert die Rekapitalisierung als konsequenten Schritt einer Strategie, die das Geschäft von King & Wood in Europa und dem Nahen Osten stärken soll. Als erstes sei zum Mai eine neue Organisationsstruktur umgesetzt worden. Diese sieht die Ordnung der 17 Fachbereiche in drei internationale Einheiten vor: Corporate & Finance, Real Estate und Regulatory & Contention. Während die einzelnen Fachbereiche weiter bestehen, soll die übergeordnete Struktur die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Bereichen stärken.

Als zweiten Schritt hat sich King & Wood auf  Partnerebene schlanker und effizienter aufgestellt. Dabei wurden Bereiche wie das Private-Client-Geschäft abgeschnitten, weil es nicht zur Fokussierung der Kanzlei – gemäß ihrer internationalen Aufstellung – passt. Bereits vor einigen Monaten hatte die Kanzlei beschlossen, die Partnerzahl in Großbritannien, Europa und im Nahen Osten um 15 Prozent zu reduzieren, hauptsächlich in London und Deutschland. Allerdings gingen auch einige umsatzstarke Partner.

Die Stärkung der finanziellen Eigenkapitalbasis schließt sich als dritter Schritt an, sie war JUVE-Informationen zufolge schon seit Längerem diskutiert worden. Begleitet wird sie von einer Aufstockung des laufenden Kredits bei Barclays um fünf auf 25 Millionen Pfund. Damit dürfte das Polster der Kanzlei nun ausreichend groß sein. Zuletzt hatte es Berichte gegeben, dass aufgrund der geringen Eigenkapitalbasis Ausschüttungen und Boni nicht immer pünktlich gezahlt worden seien. (Christin Nünemann)

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