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03.08.2016

Zuwachs bei KPMG: Ex-BFH-Richter Gosch verstärkt Tax-Team in München

Prominenter Neuzugang bei KPMG: Prof. Dr. Dietmar Gosch, langjähriger Vorsitzender des 1. Senats am Bundesfinanzhof (BFH), ist zum 1. August bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als of Counsel eingestiegen.

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Dietmar Gosch

Der 65-Jährige wird bei KPMG in München den Bereich Steuern verstärken und dort vor allem mit dem Leiter der International Tax Services, Franz Prinz zu Hohenlohe, zusammen arbeiten.

Gosch war mit Erreichen der Altersgrenze Ende Januar beim BFH ausgeschieden. Seither war unklar, wie seine berufliche Zukunft aussehen würde. Einerseits wurde über Schritte in die Selbständigkeit spekuliert, andererseits galten auch Linklaters, Flick Gocke Schaumburg und WTS als mögliche Kandidaten für eine neue berufliche Heimat, ebenso wie eine der vier großen WP-Gesellschaften.

Nun entschied sich Gosch also für KPMG. „Gerade auch im Hinblick auf die ständig zunehmenden Herausforderungen im internationalen Steuerrecht, die beispielsweise die EU- und OECD-Initiativen mit sich bringen, freuen wir uns außerordentlich darüber, einen derart versierten und gut vernetzten Steuerrechtler an Bord zu wissen“, sagt Marko Gründig, Bereichsvorstand Tax.

Gosch gilt als brillanter Kopf und genießt einen überragenden Ruf aufgrund seiner analytischen Fähigkeiten in hochkomplexen Fragestellungen. Über viele Jahre prägte er die steuerrechtliche Rechtsprechung hierzulande entscheidend, vor allem seit er 2005 den Vorsitz des bedeutenden I. Senat am BFH übernahm, der sich im Wesentlichen mit Körperschaftsteuer-, Außensteuer- und Umwandlungsteuerrecht befasst. Er galt dabei stets als wirtschaftsnah, vor allem sehr investoren- und bankenfreundlich, was auch Kritiker auf den Plan rief.

Seine juristische Karriere begann Gosch 1979 in der Hamburger Finanzverwaltung, 1983 wurde er als Richter zum Finanzgericht Hamburg gerufen. 1991 wählte ihn der Richterwahlausschuss zum Richter am BFH. Hier gehörte er zunächst dem XI. Senat an, wo er hauptsächlich zur ertragsteuerlichen Behandlung von Freiberuflern und Gewerbetreibenden entschied. Im Juni 1995 wurde er Mitglied im I. Senat, dessen Vorsitz er 2005 übernahm. Ab 2004 war er auch Mitglied im Großen Senat des BFH.

Gosch wurde 2006 von der Christian-Albrechts-Universität in Kiel zum Honorarprofessor berufen, außerdem ist er Vorstandsvorsitzender des Hamburger Forums für Unternehmensteuerrecht. (René Bender, Christiane Schiffer)