Artikel drucken
20.09.2016

Legal Tech: Neuer europäischer Verband will die Branche vernetzen

Den digitalen Wandel in der Rechtsberatung in den europäischen Staaten zu fördern – dieses Ziel hat sich die in Berlin gegründete European Legal Tech Association (ELTA) gesetzt. Die ELTA soll Gelegenheit zum beruflichen Austausch unter Branchenkennern geben und will die Forschung im Bereich Legal Tech fördern. Vorstandsvorsitzender ist Dr. Hariolf Wenzler, neuer Chief Strategy Officer bei Baker & McKenzie in Frankfurt und ehemaliger Geschäftsführer der Bucerius Law School in Hamburg.

Wenzler_Hariolf

Hariolf Wenzler

Wenzlers Stellvertreter sind der Leverton-Geschäftsführer Dr. Micha-Manuel Bues sowie Tobias Heining, Leiter BD & Communications bei CMS Hasche Sigle. Zu den Gründern zählen zudem die Strategieberatung Roland Berger sowie das Bucerius Center on the Legal Profession.

Wenzler, der seit 2006 Geschäftsführer der Bucerius Law School war und im August zu Baker wechselte, brachte die Idee zur Gründung der ELTA aus den USA mit, die in Sachen Legal Tech eine Vorreiterrolle einnehmen. Seit 1980 ist dort bereits die International Legal Tech Association (ILTA) aktiv, die sich trotz der Internationalität stark auf die USA und Großbritannien fokussiert. Neben einer jährlichen Konferenz, die in den USA stattfindet, veröffentlicht die ILTA unter anderem eine Zeitschrift und organisiert örtliche Branchentreffen.

Mit der Gründung des europäischen Verbands soll nun in ähnlicher Weise die Aufholjagd in Sachen Legal Tech beginnen. Nach dem Vorbild aus den USA soll auch das europäische Pendant allen an Legal Tech Interessierten offenstehen: Neben Inhouse-Abteilungen und Kanzleien sind dies Anbieter von Software-Lösungen, aber auch interessierte Einzelmitglieder. Ein erstes Branchentreffen fand Anfang September in Berlin statt.

Dass die Branche den digitalen Wandel im Blick hat, zeigen nicht nur die vielen Konferenzen, die in der letzten Zeit zu Thema Legal Tech abgehalten werden. Selbst die ELTA ist nicht die erste Gründung zum Thema: So gibt es bereits in der Schweiz die Swiss LegalTech Association (SLTA). In Berlin bringen sich zudem immer mehr Start-ups in Stellung, die den Kanzleien ihr Massengeschäft mithilfe von Software-Lösungen abnehmen wollen. Wie groß die Einschnitte durch Legal Tech letztendlich für den konservativen Rechtsberatungsmarkt sein werden und wie schnell sich die Branche bewegt – das sind Themen, über die sich nun auch die ELTA-Mitglieder austauschen werden können. (Eva Lienemann)

  • Teilen