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20.10.2016

Bilfinger: General Counsel wird auch CCO

Bilfinger kommt nicht zur Ruhe: Nachdem im Juli Recht und Compliance unter die gemeinsame Leitung von General Counsel Olaf Schneider gestellt worden waren, übernimmt dieser auch die Position des Chief Compliance Officers (CCO). Die bisherige CCO Britta Niemeyer, die vor gut einem Jahr von Kühne + Nagel kam, hatte Anfang Juli gekündigt, wenige Tage, nachdem der amtierende Vorstandsvorsitzende Tom Blades sein Amt angetreten hatte. 

Olaf Schneider

Olaf Schneider

Einen Tag später hatte das Unternehmen die Zusammenführung von Recht und Compliance unter Schneiders Leitung bekanntgegeben, Niemeyer blieb jedoch CCO. Das Arbeitsverhältnis zwischen ihr und Bilfinger besteht auch nach wie vor, doch ist sie seit wenigen Tagen freigestellt.

Dem unter Aufsicht der US-Behörden stehenden Unternehmen könnte Stabilität gut tun. Erst vor Kurzem verlängerten die US-Aufseher das sogenannte Monitorship. Der Schweizer Anwalt Mark Livschitz wird nun anders als ursprünglich geplant über 2016 hinaus die Compliance-Bemühungen des Konzerns überwachen. Grund dafür dürften auch die diversen Vorstandswechsel sein: Vorstandschef Blades folgte auf Per Utnegaard, der Bilfinger nach nur zehn Monaten verließ. Seit Anfang des Monats hat Bilfinger zudem einen neuen Finanzvorstand.

In der Vergangenheit hatten auch immer wieder Compliance-Spezialisten Bilfinger verlassen. Niemeyers Vorgänger Dr. Alexander Jüngling war darunter, ebenso Dr. Dietmar Deffert, der im Sommer zu Schaeffler wechselte. Die drängende Aufgabe, eine auch in den Augen der US-Aufseher bestehende, tragfähige Compliance-Struktur zu entwickeln, wird nun in Schneiders Verantwortung liegen. Die Situation ist ihm nicht neu, auch wenn der Druck aufgrund des Monitorships höher sein dürfte: Auch bei seinem früheren Arbeitgeber MAN hatte er nach einem Korruptionsskandal ein Compliance-System aufgebaut. (Astrid Jatzkowski)

 

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