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11.10.2016

Großfusion in London: CMS, Nabarro und Olswang stimmen für Zusammenschluss

Es ist die größte Fusion in der Geschichte des britischen Anwaltsmarkts: Die Partner von CMS in Großbritannien, Nabarro und Olswang haben mit überwältigender Mehrheit für einen Zusammenschluss ihrer drei Kanzleien gestimmt. Durch die Fusion, die auch Folgen für den deutschen Markt haben wird, entsteht die sechstgrößte Kanzlei Großbritanniens. Die neue Einheit wird CMS Cameron McKenna Nabarro Olswang heißen und 2.500 Anwälte umfassen.

Die Fusion soll am 1. Mai 2017 abgeschlossen sein. Cameron McKenna ist erheblich größer als ihre Fusionspartner. Laut ‘The Lawyer’ hat sie 201 Partner, während Nabarro 108 und Olswang 70 Partner zählen. Die Kanzlei ist vor allem für ihre breit aufgestellte Mid-Cap-Corporate- und Finanzpraxis bekannt. Nabarro verfügt über eine starke Immobilienpraxis und hat traditionell über das ‚Broadlaw‘-Netzwerk eine enge Verbindung zu GSK Stockmann + Kollegen in Deutschland. Olswang gilt als eine der traditionsreichsten Londoner Kanzleien für Medien und Technologie, hat allerdings ebenfalls eine große Immobilienpraxis.

Der Zusammenschluss hat auch Folgen für den deutschen Markt. Seit sich das Berliner Olswang-Büro 2015 Greenberg Traurig angeschlossen hat, ist die Kanzlei nur noch mit einen deutschen Standort in München vertreten. Deutsche CMS-Anwälte äußerten jedoch gegenüber Juve, dass nach den Regeln der CMS-Allianz keine Büros eines Allianzpartners im selben Land erlaubt sind. Das würde bedeuten, dass sich die Münchner Olswang-Anwälte entweder CMS anschließen oder die Kanzlei wechseln müssten. CMS Hasche Sigle wird den Informationen zufolge die Entscheidung treffen, ob die Kanzlei das Olswang-Büro aufnimmt. Einige Marktbeobachter sehen diesen Punkt kritisch, denn die deutschen Büros von CMS haben keine Patentanwälte in ihren Reihen. Diese seien allerdings bei Olswang in Deutschland ein wesentlicher Bestandteil der Praxis.

Dass Nabarro Teil der Fusion ist, wird sich ebenfalls auf den deutschen Markt auswirken. Die Kanzlei ist seit Jahren ein wichtiger Allianzpartner von GSK Stockmann; die beiden Kanzleien verbindet eine enge Kooperation im Bereich Immobilienrecht. Nabarro ist als britische Kanzlei Mitglied des Broadlaw-Netzwerks, zu dem GSK zusammen mit Roca Junyent (Spanien), Lefèvre Pelletier & Associés (Frankreich) sowie Nunziante Magrone (Italien) gehört. JUVE-Information zufolge hat die Allianz unmittelbar begonnen, eine neue geeignete englische Kanzlei zu suchen. (Aled Griffiths)

 

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