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18.10.2016

Premiere bei King & Wood: Deutscher wird Senior-Partner für Europa und Nahen Osten

Erstmals übernimmt mit Dr. Michael Cziesla ein deutscher Partner die Position des Senior-Partners für Großbritannien, Kontinentaleuropa und den Nahen Osten bei King & Wood Mallesons. Die Partner der Kanzlei wählten heute den 44-jährigen Frankfurter M&A-Partner zum Nachfolger des Londoner Partners Stephen Kon.

Michael Cziesla

Michael Cziesla

Als Senior-Partner wird Cziesla gemeinsam mit dem Managing-Partner für Europa und den Nahen Osten, Tim Bednall, die Verantwortung für die europäische Praxis übernehmen. Seine Position als deutscher Managing-Partner, die er sich mit dem Münchner Steuer- und Aufsichtsrechtler Christian Schatz teilt, behält er bei. Cziesla kam 2002 von Skadden Arps Slate Meagher & Flom zu SJ Berwin. 2013 wurde SJ Berwin Teil der asiatisch-pazifischen Kanzlei King & Wood Mallesons mit Hauptsitz in Hongkong.

Doch seit der Fusion gab es in der deutschen Praxis wiederholt personelle Unruhe, als einige – teils namhafte – Partner der Kanzlei den Rücken kehrten. Zu ihnen gehörte etwa Sonya Pauls, die bis März Co-Managing-Partnerin der deutschen Büros war und Anfang Oktober zu Clifford Chance wechselte. Zuvor war bereits Corporate-Chef Julian Lemor gegangen und hatte sich Mayer Brown angeschlossen. Demgegenüber gab es aber auch Zugänge: Im März verstärkte sich King & Wood im Kapitalmarktrecht mit dem langjährigen Latham & Watkins-Partner Rudolf Haas. Zum Oktober baute die Kanzlei ihre Münchner Corporate-Praxis aus: Dr. Christian Rodorff, zuletzt Senior Manager bei PricewaterhouseCoopers Legal, kam als Counsel hinzu.

Im Frühjahr dieses Jahres hatte das Management verkündet, die King & Wood-Partnerschaft in Großbritannien, Europa und im Nahen Osten um 15 Prozent zu verkleinern. Zukünftig wolle sich die Kanzlei stärker auf die Bereiche Private Equity, M&A, Kapitalmarktrecht, Finanzierung, Immobilienrecht, Regulierung und Litigation konzentrieren.

Die personelle Verkleinerung ist aber nur ein Teil der Restrukturierung. Der andere Teil bedeutete eine nicht unerhebliche Finanzspritze, die die Partner aus ihren eigenen Mitteln bereitstellen mussten. So beschloss die Partnerschaft im Juli eine Rekapitalisierung, die die Eigenkapitalbasis der Kanzlei um 14 Millionen britische Pfund erhöhen sollte. Für die einzelnen Partner resultierten darauf Summen zwischen 95.000 und 285.000 Euro. (Eva Flick)

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