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20.10.2016

PwC-Jahreszahlen: Recht wächst zweistellig, Steuern nur marginal

Die deutsche Landesgesellschaft von PricewaterhouseCoopers hat im Geschäftsjahr 2015/16 ihre Gesamtleistung, die mehr oder weniger dem Umsatz entspricht, um knapp 16 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro gesteigert. Das gab das Big-Four-Unternehmen gestern bekannt. Mit einem niedrigen zweistelligen Wachstum weist die Rechtsberatung nach der Sparte Unternehmensberatung die zweithöchste Steigerungsrate auf. 

PwC legt zu: Frankfurter Sitz der Big-Four-Gesellschaft

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Die Gesamtleistung des Bereichs Steuerberatung, zu der auch Recht gehört, konnte PwC um 2,7 Prozent auf 513,3 Millionen Euro steigern. Betrachtet man Legal und Tax allerdings singulär, zeigen sich erhebliche Differenzen. Der gemessen am Gesamtumsatz noch immer recht kleine Rechtsarm PwC Legal konnte demnach einen Zuwachs um 12,5 Prozent auf 71,5 Millionen Euro verbuchen. Das Steuergeschäft wuchs hingegen nur marginal um 1,3 Prozent auf rund 441,8 Millionen Euro. 

Damit entwickelte sich das Geschäft ähnlich wie das bei Konkurrentin Deloitte, die vor rund zwei Wochen ihre Zahlen präsentierte. Deloitte legte jedoch sowohl als Gesamtgruppe (plus 22 Prozent) als auch im Rechtsbereich (plus 33 Prozent) noch mehr zu als PwC.

In der Steuersparte bei PwC war die Nachfrage nach spezialisierten Beratungsleistungen wie Verrechnungspreisen und M&A wesentlich für das Wachstum verantwortlich, so Vorstandsprecher Prof. Dr. Norbert Winkeljohann. „Zudem fokussieren wir uns in der Steuer- und Rechtsberatung stärker auf digitale Produkte wie IT-gestützte Dokumentationsansätze und Apps“, sagte Winkeljohann.

Stärkster Wachstumsmotor bei PwC ist indes die Unternehmensberatung. Mit einem Zuwachs um 42,6 Prozent auf 662 Millionen Euro ist die Sparte nach der Wirtschaftsprüfung nun zweitgrößter Umsatzposten der Beratungsgesellschaft. Dabei entfielen jedoch drei Viertel auf den Zukauf der Strategieberatung Booz, die PwC im Jahr 2014 übernommen hatte, und die unter dem Namen Strategy& nun erstmalig im Jahresabschluss der WP-Gesellschaft auftaucht.

Obwohl der Markt der Wirtschaftsprüfungen zunehmend als volatil gilt, konnte PwC in ihrem ursprünglichen Kerngeschäft ebenfalls wachsen. So kam das Unternehmen in der Prüfungssparte mit einem Plus um knapp 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf eine Gesamtleistung von 713 Millionen Euro.

In Deutschland sind mit mehr als 10.300 Mitarbeitern über 500 Beschäftigte mehr bei PwC tätig als im Vorjahr. Allein im vergangenen Geschäftsjahr wuchs die Zahl der hiesigen Partner um knapp 10 Prozent auf 560. Weltweit arbeiten mehr als 220.000 Mitarbeiter für PwC. Der globale Umsatz verzeichnete ein Plus von 7,3 Prozent auf knapp 36 Milliarden US-Dollar (32,8 Milliarden Euro). (Daniel Lehmann)

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