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17.11.2016

Teheran: Auch Rödl eröffnet Büro im Iran

Mit Rödl & Partner wagt eine weitere deutsche Sozietät den Schritt in den Iran: Die multidisziplinäre Kanzlei eröffnet in Teheran eine ständige Niederlassung. Über Büros vor Ort verfügen auch schon die Hamburger MDP-Kanzlei Wülfing Zeuner Rechel und CMS Hasche Sigle.

José Campos-Nave

José Campos-Nave

Geleitet wird der neue Rödl-Standort von dem Geschäftsführenden Partner Dr. José Campos Nave und der Associate Partnerin Carla Everhardt. Rödl bietet dort auch Business Process Outsourcing (BPO) sowie Dienstleistungen im Bereich Corporate Finance an. Dieser Bereich wird von Partner Björn Stübiger und dem Finanz-Experten Holger Heims betreut. Daneben gehört auch der Iraner Mohammad Agharazi zum Teheraner Finanzierungsteam. Zudem werden sie nach JUVE-Informationen von dem ehemaligen Botschafter Dr. Reza Alborzi unterstützt, der jahrelang den Iran im Genfer Büro der Vereinten Nationen vertrat.

Lockerungen im Geschäft

„Mit der Aufhebung der meisten EU-Sanktionen sowie der US-Sekundär-Sanktionen Anfang 2016 bieten sich dort mittelfristig ausgezeichnete Wachstumschancen gerade für deutsche Unternehmen“, sagte Campos Nave. Rödl berät nicht nur ihre bestehenden Mandanten bei der Expansion in den Iran. Umgekehrt unterstützt die Kanzlei auch iranische Firmen, die in europäische Unternehmen investieren möchten. Auch an anderer Stelle gibt es laut Campos-Nave Veränderungen: „Das iranische Zoll- und Steuersystem wird momentan in weiten Bereichen verändert, um die Steuererhebung und -durchsetzung zu verbessern.“

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Hamburger Kanzlei Wülfing Zeuner Rechel ein Büro im Iran eröffnet – gut eine Woche nach dem multilateralen Atom-Deal. Zum Februar diesen Jahres folgte CMS, die unter dem Namen CMS Pars tätig ist.

Auch andere Kanzleien strecken ihre Fühler in das Land aus: Dentons hatte im Herbst eine Assozierung mit der lokalen Einheit Arman Pirouzan Parvine Legal Institute (APP) angekündigt. Freshfields Bruckhaus Deringer legte jüngst die Führung ihrer internationalen ‚Iran Taskforce‘  in die Hände des Wiener Partners Dr. Farid Sigari-Majd.

Rödl zeigt sich mit dem Schritt in den Iran weiterhin expansiv: Nach der Büroeröffnung in Kuba im vergangenen Jahr eröffnete sie diesen Herbst auch eine Niederlassung in Kenia. (Sonja Behrens)

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