Artikel drucken
07.12.2016

München: Osram-Abspaltung Ledvance findet Steuerchef bei PwC

Thomas Schmidt (38) hat den neu geschaffenen Posten des weltweiten Steuerchefs bei der Osram-Tochter Ledvance übernommen. Dafür wechselte er Anfang der Woche von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) zu dem Münchner Unternehmen. Schmidt kommt in bewegten Zeiten: Derzeit prüft das Bundeswirtschaftsministerium den geplanten Verkauf von Ledvance an ein chinesisches Konsortium.

Schmidt ist auf Konzernsteuerrecht, internationale Steuerplanung und steuerliche Aspekte von M&A-Transaktionen spezialisiert. Er war seit 2014 als Senior Manager für PwC tätig. Zuvor hatte er rund acht Jahre für White & Case gearbeitet, zuletzt als Local-Partner. Bei Ledvance verantwortet Schmidt als weltweiter Steuerchef künftig die steuerlichen Geschicke des sehr jungen, aber doch großen Unternehmens. Wie viele Mitarbeiter die Abteilung zählt, teilte Ledvance auf Nachfrage nicht mit. Schmidt werde an Ralph Dietrich berichten, den Leiter für Bilanzierung, Controlling & Steuern im Unternehmen.

Ledvance mit seinen 9.000 Beschäftigten in 120 Ländern ist das kürzlich ausgegliederte Lampengeschäft des Münchner Osram-Konzerns. Das Unternehmen existiert seit April organisatorisch, seit Juli auch rechtlich. Eine eigene Rechtsabteilung hat Ledvance ebenfalls bereits geschaffen: Im Team der General Counsel Carola Endres arbeiten drei Mitarbeiter.

In steuerlichen Fragen vertraute das Unternehmen zuletzt vor allem der Beratungsgesellschaft WTS, die einst selbst als Abspaltung aus der Siemens-Steuerabteilung hervorging. Sie verfügt bis heute über beste Kontakte zu dem Technologiekonzern und dessen Töchtern, zu denen auch Osram gehört.

Ledvance war in den vergangenen Wochen häufig in den Schlagzeilen, weil der Verkauf des Unternehmens an ein chinesisches Konsortium geplant ist, das mehr als 400 Millionen Euro zahlen will. Der Ledvance-Aufsichtsrat hatte dem bereits zugestimmt, doch derzeit stockt der Verkauf. Das Bundeswirtschaftsministerium prüft den Antrag der Chinesen auf eine Unbedenklichkeitsbescheinigung für die Transaktion. (René Bender)

  • Teilen