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10.01.2017

Hamburg: Partnerduo von White & Case steigt bei Norton Rose ein

Das Hamburger Büro von Norton Rose Fulbright wächst zum Februar durch den Zugang von zwei auf Transaktionen fokussierten Partnern. Von White & Case kommen der Corporate/M&A-Experte Patrick Narr (43) und Immobilienrechtler Dr. Stefan Feuerriegel (41). Mit dem Duo steigen auch die Counsel Bernd Schneider (50) und Dr. Menso Engelmann (38) sowie drei Associates ein. Für die beiden Partner ist es ein Abschied nach über einem Jahrzehnt – Feuerriegel arbeitete rund 13 Jahre für White & Case, Narr sogar 15 Jahre.

Feuerriegel_Stefan

Stefan Feuerriegel

Während dieser Zeit waren beide an zahlreichen größeren Mandaten entscheidend beteiligt, so vor allem an zahlreichen größeren Transaktionen im Hotel- und Immobiliensektor. Erst vor wenigen Wochen begleiteten sie etwa gemeinsam ein Joint Venture aus Strabag und ECE bei dem 350 Millionen Euro schweren Verkauf wesentlicher Baufelder des Kölner Großprojekts MesseCity. Während der Corporate/M&A-Partner Narr unter anderem die israelische Hotelgruppe Fattal zu seinen Mandanten zählt, berät Feuerriegel seit Jahren den Projektmanager ECE und hat sich für Fragen um Sonderimmobilien wie etwa Einkaufszentren einen guten Ruf erworben.

Narr_Patrick

Patrick Narr

„Die Markteinschätzung geht dahin, dass Deutschland – insbesondere Hamburg – noch mehr Investment anziehen wird, in so einer Zeit ist es entscheidend, dass wir unser Angebot für Mandanten in der Region ausbauen“, sagte Dr. Klaus von Gierke, Leiter des Hamburger Büros von Norton Rose.

Tatsächlich bedeutet der Zugang des erfahrenen Duos für Norton Rose einen weiteren Schritt beim Ausbau ihres Hamburger Büros, das seine Schwerpunkte neben der Corporate-Arbeit vor allem in den Praxen für Steuerrecht und Finanzierung hat. Immobilienrechtliche Kompetenz fehlte dagegen bislang in der Hansestadt, auf dem Gebiet sind auf Partnerebene bisher nur die Münchner Partnerin Dr. Maren Stölting und der Frankfurter Thomas Hopf für die Kanzlei tätig. In Hamburg ist Norton Rose seit ihrem Start vor gut fünf Jahren auf rund 25 Berufsträger gewachsen. Die anderen beiden deutschen Standorte in Frankfurt und München erlebten dagegen im vergangenen Jahr personell sehr unruhige Zeiten, zahlreiche Partner verließen die Kanzlei.

Umbauprozess hinterlässt Spuren bei White & Case

Das Hamburger Büro von White & Case hat sich personell in den vergangenen Jahren ziemlich gewandelt. Von den einst rund 100 Berufsträgern in Hamburg – dem vor weit mehr als einem Jahrzehnt einmal größten deutschen Standort von White & Case – hat sich die Zahl der Anwälte bis heute ungefähr halbiert. 2016 blieb die Zahl der Partnerabgänge allerdings überschaubar: Der M&A-Partner Dr. Markus Althoff wechselte zum Marktforschungsunternehmen GfK und der angesehene Kartellrechtler Dr. Börries Ahrens zu Allen & Overy.

Die Ausrichtung der Kanzlei auf noch höherwertiges und internationaleres Geschäft und der damit verbundene Umbauprozess hinterließen ihre Spuren – nicht jeder konnte oder wollte diese Vorgaben erfüllen, zudem sind die höheren Profitabilitätserwartungen im mittelständisch geprägten Hamburger Markt weit schwerer umzusetzen als etwa in Frankfurt.

White & Case selbst bekundet insbesondere für die Hamburger Corporate- sowie Immobilienpraxis einen klaren Ausbauwillen, 2016 und 2017 wurden in diesen Bereichen insgesamt drei Partner vor Ort ernannt. (René Bender)

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