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26.01.2017

Volkswagen: Chefaufklärerin Hohmann-Dennhardt verlässt den Konzern

Erst vor einem Jahr hat Volkswagen Dr. Christine Hohmann-Dennhardt als Vorstandsfrau für Recht und Integrität ins Unternehmen geholt – nun verlässt die Compliance-Expertin und ehemalige Verfassungsrichterin den Konzern wieder. Nachfolgerin wird Hiltrud Werner, seit einem Jahr Leiterin der Volkswagen Konzernrevision.

Christine Hohmann-Dennhardt

Christine Hohmann-Dennhardt

Offiziell begründet der Konzern die Trennung mit „unterschiedlichen Auffassungen über Verantwortlichkeiten und die künftigen operativen Arbeitsstrukturen in ihrem Ressort“. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Zusammenarbeit zwischen Hohmann-Dennhardt und dem Chef der Rechtsabteilung, Manfred Döss, nicht reibungslos verlief.

Marktbekannt ist, dass der Aufsichtsrat in Personalfragen unter anderem auf ein Arqis-Team um Partner Prof. Dr. Christoph von Einem setzt. Außerdem berät Gleiss Lutz das oberste Gremium regelmäßig. In Compliance-Fragen holt sich der Konzern inzwischen Rat bei CMS Hasche Sigle.

Bevor Hohmann-Dennhardt im Januar 2016 nach Wolfsburg wechselte, war sie Compliance-Vorstand bei Daimler. Für den Stuttgarter Konzern hatte die frühere Verfassungsrichterin maßgeblich die Aufräumarbeiten nach einer Korruptionsaffäre verantwortet. Als die Wolfsburger Hohmann-Dennhardt holten, war dies daher auch ein Signal des VW-Konzerns: Man meint es ernst mit der Aufklärung der Dieselaffäre, die das Unternehmen wenige Monate zuvor in seine bisher tiefste Krise gestürzt hatte. 

Zeitgleich mit Hohmann-Dennhardt holte VW auch Döss als neuen Chefjuristen. Dieser war zuvor Leiter Recht bei der Porsche-Holding, die die Mehrheit der Stammaktien am Volkswagen-Konzern hält, und zudem Vorstand für Recht und Compliance. Diese Ämter behielt er auch, als er zusätzlich das VW-Rechtsressort übernahm. Döss gilt als derjenige, der maßgeblich den jüngsten Vergleich mit den US-Behörden ausgehandelt hat. (Marc Chmielewski, Christiane Schiffer)

 

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