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20.02.2017

Neues Panel bei Uniper: Rechtschef Wolff will ein Drittel der Kosten sparen

Die Inhouse-Abteilung der E.on-Abspaltung Uniper arbeitet seit Anfang des Jahres mit einem neuen Berater-Panel. Rechtschef Dr. Patrick Wolff kann nun auf insgesamt acht bevorzugte Beraterfirmen zugreifen. Exklusivität bedeutet diese Konstellation aber nicht. Auf der Liste stehen neben alten Bekannten aus der E.on-Welt auch neue Kanzleien wie Latham & Watkins und Allen & Overy – und eine alte E.on-Stammberaterin fehlt. 

Patrick Wolff

Patrick Wolff

Auch außerhalb des Panels können in Ausnahmefällen Kanzleien eingeschaltet werden, etwa Boutiquen zu Spezialthemen. Deren Mandatierung muss dann aber wieder mit der Einkaufsabteilung abgestimmt werden – Panel-Kanzleien dagegen kann die Rechtsabteilung eigenständig mandatieren.

Auf der Liste stehen alte Bekannte aus der E.on-Welt wie Luther, Hengeler Mueller oder Linklaters, die zuletzt auch den Spin-off von Uniper betreute. Daneben gibt es aber auch viele neue Namen wie Allen & Overy, Ashurst, Hogan Lovells, Latham & Watkins und White & Case.

Panel soll ein Drittel der Beraterkosten sparen

Die Bedingungen des Panels stehen vor allem unter dem Eindruck des internen Sparprogramms bei Uniper – rund 30 Prozent will Wolff durch die ausgehandelten Konditionen auf dem Panel einsparen.

So wurden alle Panel-Kanzleien aufgefordert, ihre Stundensätze deutlich zu reduzieren, gearbeitet wird grundsätzlich mit Blended Rates. Zudem erwartet der Rechtschef Zusatzleistungen: So haben sich die Kanzleien zu Secondments und internen Schulungen verpflichtet.

Selbst innerhalb des Panels gilt das ‚Bundesliga-Prinzip‘: Die Kanzleien treten bei der konkreten Mandatsvergabe im Wettbewerb gegeneinander an. Nach dem ,last call‘ für ein konkretes Mandat bekommt der Günstigste den Zuschlag. „Die Kanzleien werden immer wieder intern bewertet, nach zwei Jahr auf dem Panel gibt es ein Review, dann schauen wir uns an: Wo stehen die Berater in unserem internen Ranking“, so Wolff. „Wer eine schlechte Performance abliefert, ,steigt ab‘ .“ Und schafft Platz für neue Wettbewerber. „Der Beratermarkt ist für unsere Branche heute viel breiter – das müssen wir für uns nutzen“, sagt Wolff.

Zudem fordert der Rechtschef größtmögliche Transparenz von den Beratern. Wöchentlich raportieren diese über Fortschritt und Personaleinsatz in den Projekten. „Und es wird kein Anwalt bezahlt, der nicht ausdrücklich von uns für die Arbeit am Mandat freigegeben ist“, so Wolff.

Auch feste Mandatskontingente, wie sie auf dem E.on-Panel üblich waren, gehören der Vergangenheit an. Dort war im Vergleich zu Uniper auch der Kreis der ausgewählten Kanzleien noch deutlich kleiner. Nach JUVE-Informationen gehörten neben Luther und Linklaters noch Freshfields Bruckhaus Deringer zu den ausgewählten Kanzleien. Auf dem Uniper-Panel fehlt die langjährige E.on-Beraterin. (Ulrike Barth)

Mehr über das neue Panel und die Umstrukturierung bei Uniper lesen Sie im kommenden JUVE Rechtsmarkt.

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