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30.03.2017

Gut bezahlte Testphase: Das zahlen Kanzleien Wissenschaftlichen Mitarbeitern

Wissenschaftliche Mitarbeiter sind aus den Teams vieler Wirtschaftskanzleien nicht wegzudenken. Sie entlasten die Associates, sammeln selber Erfahrung mit potenziellen Arbeitgebern und werden meist auch gut bezahlt. JUVE hat recherchiert, wie viel Wissenschaftliche Mitarbeiter wo verdienen können.

In vielen Kanzleien und auch einigen Rechtsabteilungen können Wissenschaftliche Mitarbeiter gutes Geld verdienen (zu den aktuellen Gehaltstabellen). Generell steigt das Stundensalär dabei mit dem Ausbildungsstand. Ohne Staatsexamen liegt der Stundenlohn nur selten über 15 Euro.

Deutlich höher kann das Gehalt dann ausfallen, wenn alle Scheine für das erste Staatsexamen vorliegen. Linklaters oder FPS Fritz Wicke Seelig zahlen wissenschaftlichen Mitarbeitern dann bereits bis zu 23 Euro pro Stunde. Wer ein erstes Prädikatsexamen im Gepäck hat, bekommt 20 bis 25 Euro pro Stunde. Ist die Anwaltsstation bewältigt, bieten Kanzleien gerne auch 30 Euro pro Stunde.

Abhängig von der Kanzlei und dem Standort ist mitunter aber auch ein deutlich geringeres Gehalt durchaus üblich. Allerdings nimmt dann, wie bei Rödl & Partner, oft auch die zeitliche Flexibilität des Arbeitsverhältnisses zu. Grundsätzlich gilt, dass die wissenschaftlichen Mitarbeiter ihre Gehälter mit steigendem Ausbildungsstand stärker verhandeln können. Vor allem mit einem zweiten Prädikatsexamen sind sie in einer komfortablen Position, erst recht, wenn der Arbeitgeber sie langfristig in seinen eigenen Reihen sehen will. Ihre Gehälter orientieren sich dann bereits an denen der Associates.

Flexible Arbeitszeiten oft kein Problem

Zeitlich fahren die Kanzleien und ihre wissenschaftlichen Mitarbeiter dabei ganz unterschiedliche Modelle. Bei P+P Pöllath + Partners etwa entspricht die Mitarbeit eher einer Teilzeittätigkeit, die weniger intensiv ist als die Teilzeitarbeit von Associates. Letztendlich packen wissenschaftliche Mitarbeiter bis zu drei Tage in der Woche in einem Team mit an, um die verbleibenden vier Tage an ihrer Dissertation zu feilen.

In anderen Kanzleien, beispielsweise bei Rödl & Partner, sind längere Auszeiten für akademische Projekte im Anschluss an Phasen intensiver Projektarbeit möglich. Diese sind bei Rödl gar spontan verlängerbar, sollten sich Forschungs- oder Schreibphase als sehr produktiv erweisen. In Praxisgruppen vieler Kanzleien, deren Alltag etwa im Transaktionsgeschäft durch mehrwöchige, intensive Projektarbeit auch über Grenzen und Zeitzonen hinweg geprägt ist, sind Auszeiten en bloc ebenfalls gängige Praxis. (Martin Ströder, Norbert Parzinger)

Mehr zum Thema Wissenschaftliche Mitarbeit lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von azur100 (hier gibt’s azur).

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