Artikel drucken
21.04.2017

Monitor steht fest: Larry Thompson soll Volkswagen überwachen

Nach Informationen von JUVE und Reuters soll feststehen, wer VW in den kommenden Jahren im Auftrag der US-Behörden kontrolliert: Die Wahl soll auf Larry Thompson (71) gefallen sein.

Thompson_Larry

Larry Thompson

Thompson steht politisch den Republikanern nahe. Er begann seine Karriere bei Monsanto und stieg dann bei King & Spalding ein. In den 80er-Jahren wurde er US Attorney für den Northern District of Georgia. 1986 kehrte er zu King & Spalding zurück, bis er 2001 unter US-Präsident George Bush jun. zum US Deputy Attorney General berufen wurde. 2002 wurde er Leiter des Nationalen Sicherheitsrats des US-Justizministeriums und der Corporate Fraud Task Force. Er leitete seinerzeit die Untersuchung gegen das Energieunternehmen Enron, dessen Zusammenbruch zu etlichen Gesetzesänderungen in den Vereinigten Staaten führte.

Bekannt ist Thompson aber vor allem wegen eines nach ihm benannten Memorandums: Es erlaubte den staatlichen Ermittlern unter anderem, die Strafe gegen ein Unternehmen zu minimieren, wenn dieses sich dazu bereit erklärte, seine Anwälte von ihrer Schweigepflicht freizustellen.

Später wurde Thompson auch als Kandidat für den Surpreme Court gehandelt. 2004 kehrte er in die Privatwirtschaft zurück und wurde General Counsel bei Pepsi. Derzeit ist er Counsel bei der Litigation-Kanzlei Finch McCranie in Atlanta und lehrt an der University of Georgia. 

JUVE-Informationen zufolge war Thompson unter den von Volkswagen vorgeschlagenen Kandidaten für den Posten des Monitors. Das Unternehmen hatte sich im Dieselskandal gegenüber den US-Behörden verpflichtet, sich für drei Jahre einen Monitor zur Seite stellen zu lassen. Der Einsatz kann aber verlängert werden, wenn die Amerikaner mit den Compliance-Bemühungen des Konzerns nicht zufrieden sind. (Astrid Jatzkowski)

  • Teilen