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23.05.2017

Düsseldorf: Fieldfisher baut Patentrecht mit EIP-Partner wieder auf

Im Mai ist Benjamin Grzimek als Partner in das Düsseldorfer Büro von Fieldfisher gewechselt. Der 45-Jährige war zuletzt Partner bei EIP Europe. Für Fieldfisher bedeutet der Zugang den Wiedereinstieg ins Patentrecht, die britische Kanzlei hatte hier lange nach einer namhaften Verstärkung gesucht.

Benjamin Grzimek

Benjamin Grzimek

Nachdem Ende 2012 der damalige Leiter der IP-Praxis und deutsche Managing-Partner Dr. Joachim Feldges zu Allen & Overy gewechselt war, hatte Fieldfisher nicht wieder im deutschen Geschäft mit Patentprozessen Fuß fassen können. Mit Grzimek holt die Kanzlei einen vor allem in Patentklagen auf Verwerterseite präsenten Prozessrechtler.

EIP betreut europaweit die Klagen von Unwired Planet gegen diverse Mobilfunkunternehmen, darunter Samsung, LG und Huawei. Der Prozess galt lange als einer der größten vor deutschen Patentgerichten. Inzwischen wurden nach JUVE-Informationen eine Reihe von Verfahren verglichen. In Deutschland streitet sich der Verwerter vor allem noch mit Huawei vor dem OLG Düsseldorf. Grzimek wird die deutschen Verfahren nach JUVE-Informationen wohl auch unter neuer Flagge weiter begleiten.

Darüber hinaus berät Grzimek deutsche und internationale Unternehmen in allen Fragen des Patentrechts, etwa aus den Branchen Pharma, Medizintechnik und Unterhaltungselektronik. Der Düsseldorfer Prozessrechtler hat bereits eine wechselvolle Karriere hinter sich. Bevor er vor dreieinhalb Jahren zu EIP kam, war er eineinhalb Jahre bei der Münchner Patentkanzlei Maiwald tätig. Davor waren seine Stationen DLA Piper und Taylor Wessing.

Bei Fieldfisher trifft er eine bekannte deutsche Praxis im Marken- und Wettbewerbsrecht sowie ein vor allem in Großbritannien visibles Patentteam. Die Praxis hat neben London, Manchester und Düsseldorf zudem Expertise in Brüssel und Paris. In Deutschland betreute bisher eine Münchner IP-Partnerin technische Schutzrechte mit. Damit ist die Praxis auf dem Papier gut für den Start des neuen europäischen Patentgerichts im kommenden Jahr aufgestellt, denn es wäre vor wichtigen Eingangsinstanzen des neuen Gerichts mit eigenen Büros präsent.

Eine starke Präsenz in Deutschland gilt auch im neuen System als unerlässlich, wollen die Patentteams hier eine wichtige Rolle spielen. Für britische Praxen ist dies umso wichtiger, da durch den Brexit derzeit nicht klar ist, ob das Königreich langfristig an dem neuen Gericht teilnehmen kann. Patentexpertise in Deutschland würde ihnen aber einen Zugang zu dem EU-Gericht sichern, auch wenn sie formal als ausgetretenes Unionsmitglied ausgeschlossen sind. Experten arbeiten derzeit an Lösungen, wie Großbritannien auch als Nicht-EU-Mitglied an dem Gericht teilnehmen kann.     

Aus demselben Grund dürfte auch EIP weiter an einer deutschen Präsenz interessiert sein. In ihrem einzigen Deutschlandbüro in Düsseldorf arbeiten nun ein Partner und drei Associates vor allem zu IP-Themen. Der Standort soll wieder ausgebaut werden. (Mathieu Klos)

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