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29.05.2017

Gronefeld schließt: Münchner Anwälte wechseln zu Graf von Westphalen

Die Münchner Kanzlei Gronefeld löst sich zum Juli auf. Namenspartner Dr. Volker Gronefeld (74) und der langjährige Partner der Kanzlei, Prof. Dr. Ulrich Hösch (53), wechseln zu Graf von Westphalen. Für die dortige Praxis um Dr. Dietrich Drömann ergeben sich mit der Aufnahme der auf Flughafenplanungsrecht spezialisierten Öffentlichrechtler neue Chancen.

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Volker Gronefeld

Gronefeld gründete die Kanzlei 1980. Er gilt als angesehener Experte im Flughafenplanungsrecht. Für den Flughafen München stritt er sich bis vor die höchsten nationalen Gerichte – zuletzt im denkwürdigen Verfahren um den Bau der dritten Startbahn. Zu GvW kommt er als of Counsel.

Hösch ist nicht weniger erfahren. Ebenfalls spezialisiert auf Infrastrukturprojekte, beriet er seit 2004 für die Kanzlei. So etwa im Verfahren um den Ausbau des Frankfurter Flughafens oder zuletzt im Verfahren um den Ausbau der A49, deren Planfeststellungsbeschluss von Umweltverbänden angegangen worden war, weil die neue Autobahn das Flora-Fauna-Habitat-Gebiete ‚Herrenwald‘ durchqueren sollte. Er steigt bei GvW als Equity-Partner ein.

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Ulrich Hösch

Die GvW-Verkehrsrechtspraxis um den ÖPP-Experten Dr. Dietrich Drömann gewinnt mit den Zugängen an Gewicht, denn der Standort München ist bisher mit Öffentlichrechtlern dünn besetzt. Insbesondere im Umwelt- und Planungsrecht ist regionale Präsenz weiterhin ein wichtiger Faktor. Durch das Knowhow der beiden Zugänge im Luftverkehr wächst aber auch deutschlandweit die Bedeutung der Praxis.

Zuletzt hat Drömann mit einem Mandat für das Bundesverkehrsministerium auch in den Medien auf sich aufmerksam gemacht. Sein laut ‚Berliner Zeitung‘ rund 1000-seitiges Rechtsgutachten ist in einen Gesetzesentwurf eingeflossen, der noch in dieser Legislaturperiode von der Großen Koalition beschlossen werden soll – eine „Jahrhundertreform“, schreibt die ‚Frankfurter Allgemeine Zeitung‘.

Gronefeld bestand bis zuletzt aus vier Anwälten. Zum Januar 2016 hatte Gronefeld bereits den jungen Vergabrechtler Dr. Alexander Herrmann an die Münchner Kanzlei Angerbauer Lindauer Hauf Rath abgegeben. Klaus Thoma, ebenfalls langjähriger Partner bei Gronefeld, wird sich aus privaten Gründen zurückziehen. 

Während die Kanzlei Gronefeld mit dem Wechsel der beiden Anwälte Geschichte ist, beraten im Verkehrssektor bei GvW nun vier Equity-Partner, zwei Salary-Partner, zwei of Counsel und drei Associates. (Martin Ströder)

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