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30.05.2017

Personal-Coup: Siemens holt Chef-Kartellrechtlerin von Unilever

Siemens hat eine renommierte Kartellrechtlerin für seine Rechtsabteilung engagiert: Martina Maier (50), die aktuell bei Unilever als General Counsel Competition weltweit für die Einhaltung und Umsetzung kartellrechtlicher Vorschriften verantwortlich ist, wechselt zum September zu dem Technologiekonzern. Sie steigt dort als Chief Counsel Competition ein.

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Martina Maier

Die Kartell- und Beihilferechtsspezialistin ist in der kartellrechtlichen Szene eine bekannte Größe. Nach dem beruflichen Start bei der Freshfields-Vorgängerkanzlei Bruckhaus Westrick Heller Löber arbeitete die frankophile Anwältin einige Jahre bei Haarmann Hemmelrath in Brüssel und Paris. Nach einer Zwischenstation bei der US-Kanzlei Howrey in Brüssel wechselte sie 2006 zu McDermott. 

2015 übernahm sie mit dem Wechsel zu Unilever eine exponierte Inhouse-Position, in der sie weltweit die kartellrechtlichen Belange des Konzerns verantwortete. Ihr Position im Vorstand der renommierten Studienvereinigung Kartellrecht legte sie damals nieder. Doch engagierte sich Maier weiterhin für die Vernetzung von Kartellrechtlern aus Kanzleien und Behörden.

Bei Siemens trifft sie auf ein großes und im Markt äußerst angesehenes Team von Kartellrechtlern, das in München angesiedelt ist. Maier lebt und arbeitet seit Jahren in Brüssel und wird auch jetzt wohl nicht nach München wechseln. Siemens wollte den anstehenden Zugang auf Anfrage nicht kommentieren. Auch Unilever ließ eine JUVE-Anfrage unbeantwortet.

Zum Konsumgüter-Portfolio von Unilever zählen so bekannte Marken wie Pfanni, Domestos, Magnum oder Knorr. Von kartellrechtlichen Problemen blieb der Konzern in der Vergangenheit nicht verschont. Vor einigen Jahren erhielt das Unternehmen etwa wegen Absprachen bei Waschmitteln eine empfindliche Geldbuße. Aktuell sieht er sich in Südafrika einer Untersuchung der dortigen Kartellbehörde ausgesetzt. In den Schlagzeilen war Unilever aber zuletzt insbesondere wegen der kurze Zeit später zurückgezogenen Übernahme-Offerte durch den US-Riesen Kraft Heinz. (Antje Neumann)

Wir haben den Artikel am 8.8.2017 um 15.50 Uhr aktualisiert.

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