Artikel drucken
02.05.2017

Wieder Latham: Gibson Dunn verstärkt sich in Frankfurt mit Litigation-Experten

Dr. Finn Zeidler (48), Partner bei Latham & Watkins und Experte für White-Collar-Kriminalität, wechselt zu Gibson Dunn & Crutcher. Der Zeitpunkt seines Wechsels steht noch nicht fest, auch nicht, ob ihm weitere Anwälte folgen. Für Gibson Dunn bedeutet der Zugang eine deutliche Stärkung ihrer Litigation-Praxis in Frankfurt. Die Kanzlei hatte im vergangenen Sommer das Büro mit den ehemaligen Latham-Partnern Dr. Dirk Oberbracht und Dr. Wilhelm Reinhardt eröffnet.

Zeidler_Finn_H_O

Finn Zeidler

Zeidler gilt als erfahrener Berater von Unternehmen und Managern während interner Ermittlungen und in Compliancefragen – einem Gebiet also, auf dem Gibson Dunn ohnehin stark ist. Neben der Präventivberatung vertritt Zeidler seine Mandanten auch gegenüber ausländischen Ermittlungsbehörden wie der amerikanischen Börsenaufsicht. Was die Vertretung von Einzelpersonen im Zusammenhang mit Wirtschaftskriminalität angeht, dürfte dieser Teil seiner Praxis die größte Lücke bei Latham hinterlassen. Viele von Zeidlers Mandanten kommen aus dem Finanz- und Bankensektor – dort hatte die Compliance-Praxis von Gibson Dunn noch Nachholbedarf. Eines der bekanntesten Mandate Zeidlers ist die Vertretung des Bankierserben Helmut von Finck in einem Prozess gegen dessen Brüder August und Wilhelm von Finck.

Eine weitere Lücke bei Gibson Dunn füllt Zeidler mit seiner Spezialisierung auf Prozesse und Schiedsverfahren. Damit kann er vor allem deren Angebot in Frankfurt sinnvoll ergänzen. Der Litigation-Experte, der seine Karriere bei Hengeler Mueller begann und anschließend zu Clifford Chance wechselte, war 2004 im Team mit dem bekannten Frankfurter Konfliktlösungsanwalt Dr. Bernd-Wilhelm Schmitz von Clifford Chance zu Latham gekommen. Schmitz ist inzwischen seit einigen Jahren in eigener Kanzlei tätig.

Mit dem Wechsel von Zeidler hat sich Gibson Dunn erneut deutlich verstärkt: Neben den M&A-Spezialisten Oberbracht und Reinhardt, stieß im vergangenen Sommer in München Dr. Ferdinand Fromholzer von Freshfields Bruckhaus Deringer zur Corporate-Praxis. Oberbracht und Fromholzer lösten zum Mai als Partner-in-Charge  für ihren jeweiligen Standort den Münchner Partner Michael Walther ab, der diese Position seit 2002 für München und zuletzt auch für Frankfurt inne hatte. Insgesamt zählen rund 20 Anwälte zum Münchener Team, in Frankfurt werden nach Zeidlers Wechsel sechs Anwälte arbeiten.

Bei Latham gehören nach Zeidlers Wechsel noch fünf Partner zur Konfliktlösungspraxis, im Frankfurter Büro sind es Volker Schäfer und Christine Gärtner. „Wir bedauern den Weggang von Finn Zeidler und wünschen Ihm alles Gute für die Zukunft“, sagte Managing Partner Oliver Felsenstein. „Unsere Litigation-Praxis bleibt trotz des Weggangs auch im Bereich Compliance Investigation/Litigation sehr stark, und wir werden diese weiter ausbauen.“ (Christiane Schiffer)

  • Teilen