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13.07.2017

Düsseldorf: Allen & Overy verliert Patentrechtsteam an DLA

Dr. Philipp Cepl (43), bislang Counsel bei Allen & Overy, verstärkt das Patentteam von DLA Piper als Partner. Der auf Mobilfunkpatente spezialisierte Prozessrechtler wechselt im Oktober von Düsseldorf ins Kölner DLA-Büro. Allen & Overy verliert damit ihr patentrechtliches Know-how am wichtigen Gerichtsstandort Düsseldorf komplett.

Philipp Cepl

Philipp Cepl

Mit Cepl wechselt auch Dr. Kokularajah Paheenthararajah (39) als Senior Associate. Er ist als Jurist und Mediziner doppelt qualifiziert. Nach den Abgängen verfügt Allen & Overy nicht mehr über patentrechtliches Know-how am Standort von Europas wichtigstem Patentgericht.

Den Gerichtsstandort Düsseldorf will DLA künftig von Köln aus bedienen, weil sie dort im Gegensatz zu Düsseldorf ein starkes Büro hat. Bis Ende 2015 war DLA in Köln mit Christian Kau sogar im Patentrecht präsent. Dieser wechselte damals zu Preu Bohlig & Partner nach Düsseldorf.

Kölner Kanzleien ist es bislang nur in Ausnahmen gelungen, in die starke Phalanx der Düsseldorfer Patentkanzleien einzudringen. Allerdings haben Mannheimer und Münchner Patentprozessrechtler über die vergangenen zehn Jahre immer mehr Gewicht vor den Düsseldorfer Patentstreitkammern erlangt. Immerhin bringt Cepl 13 Jahre Berufserfahrung in Patentstreitsachen in Düsseldorf mit. Er war für Bird & Bird und Allen & Overy tätig. Hier hatte er sich vor allem auf Mobilfunkklagen spezialisiert und zuletzt für den französischen Mobilfunkhersteller Archos einen größeren Fall gegen Philips um eine Android-Anwendung begleitet. In der stark auf die Pharmabranche spezialisierten Praxis von Allen & Overy konnte er aber auch Know-how in der Life-Science-Branche aufbauen.

Joachim Feldges

Joachim Feldges

Diese Ausrichtung passt zu DLA, die bislang ihren patentrechtlichen Schwerpunkt in München hat. Hier führt Partner Dr. Markus Gampp Prozesse mit Schwerpunkten bei IT- und TK-Patenten. Er hatte schon zu seinen Freshfields-Zeiten Mandanten wie Apple oder Microsoft begleitet. DLA baut auf eine starke US-Patentpraxis und hat Patentexperten in ihren Büros in Amsterdam und Paris. Pharmaprozesse spielen in Deutschland bislang nur eine untergeordnete Rolle. Das könnte sich nun mit Cepl ändern. 

Für Allen & Overy ist Cepls und Paheenthararajahs Abgang vor allem ein Einschnitt, weil sie in Europa zu den expansivsten Prozesseinheiten in diesem Bereich zählt. Sie hatte kürzlich ihr starkes Londoner Team um Nicola Dagg mit vier Partnern von Simmons & Simmons verstärkt. In Paris hat sie mit Letitia Bernard eine der anerkanntesten Patentexpertinnen des Landes in ihren Reihen. Allen & Overy will den Start des Europäischen Patentgerichts (UPC) und die Zunahme an grenzüberschreitenden Prozessen nutzen, um den europäischen Marktführern Hogan Lovells und Bird & Bird Konkurrenz zu machen. In Deutschland gelingt dem Team um Dr. Joachim Feldges allerdings der entscheidende personelle Ausbau nicht. Es ist nun von München aus überwiegend in Pharmafällen tätig. (Mathieu Klos)

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