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18.07.2017

Siemens: Compliance und Steuern übernehmen weitere Verantwortung

Zum Juli hat Siemens das Team für Zölle und Exportkontrolle (ECC) geteilt und konzernintern neu zugeordnet. Um die Exportkontrolle kümmert sich nun Dr. Klaus Moosmayer als Compliance-Chef, Prof. Dr. Christian Kaeser als Steuerchef übernimmt die Verantwortung beim Thema Zölle. Bislang gehörten beide Bereiche zu den sogenannten Global Services des Konzerns.

Klaus Moosmayer

Klaus Moosmayer

Das ECC-Team umfasste weltweit mehrere Hundert Mitarbeiter. Unter Kaeser leitet nun Jürgen Ehrke (59) den Bereich Zölle, Jürgen Blaschke (51) betreut die Exportkontrolle und berichtet an Moosmayer.

Die beiden Bereiche, die inhaltlich eher als Governance und Beratungsfunktion zu verstehen sind, sollen dort angesiedelt werden, weil es inhaltlich und strukturell besser passt. Bei Global Services sind weiterhin unter anderem die Servicebereiche IT und Immobilien angesiedelt. 

Kaeser sieht inhaltliche Synergien vor allem bei der Frage der Werterstellung. Bislang sei insoweit die Koordination manchmal schwierig gewesen, was auch die Positionierung gegenüber den Behörden erschwert habe, so der Steuer-Chef.

Christian Kaeser

Christian Kaeser

Für Moosmayer bedeutet die neue Zuordnung auch einen wichtigen Schritt im Zuge der Digitalisierung: „Es gibt viele Parallelen. Die Compliance-Tools, etwa zur Geschäftspartnerprüfung, passen besser und auch die Datenanalyse wird effizienter.“ Im Zuge der Integration der Exportkontrolleure wurde daher ein neues Operations Center eingerichtet, das sich unter anderem um alle operativen Compliance-relevanten Themen kümmert, beispielsweise die Prüfung von Geschäftspartnern.

In der Steuerabteilung wiederum wurden die Zollexperten teils in das so genannte Declaration Center, also das für Zollanmeldungen zuständige Team, teils in den Bereich Governance integriert.

Erste Rückmeldungen der betroffenen Mitarbeiter seien positiv, so Moosmayer und Kaeser gegenüber JUVE. Der Umbau war bereits Gegenstand der jüngsten globalen Mitarbeiterbefragung des Konzerns. 

Während das Thema Zölle zwar heikel werden kann, aber selten die Schlagzeilen beherrscht, übernimmt Moosmayer die Verantwortung für die Exportkontrolle zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Seit Kurzem scheint klar, dass Turbinen von Siemens illegal auf der Krim gelandet sind. Der Münchner Konzern erklärte inzwischen, dass diese Turbinen für Südrussland gedacht waren und die Weiterlieferung durch den Vertragspartner einen eindeutigen Vertragsbruch darstelle. Der Kunde habe mehrfach bestätigt, dass die Turbinen nicht in der Ukraine verwendet würden. Der Fall ist noch nicht abgeschlossen, Siemens hat rechtliche Schritte angekündigt. (Astrid Jatzkowski)

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