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31.08.2017

Corporate: Lutz Zimmer verlässt Skadden

Der angesehene Münchner Corporate-Partner Dr. Lutz Zimmer (52) wird Skadden Arps Slate Meagher & Flom zum Monatsende verlassen. Zimmer verlagert seinen Lebensmittelpunkt nach Wien, wo seine Frau als Geschäftsführerin von Microsoft Österreich tätig ist. Als Anwalt wird er künftig nur noch in Eigenregie und projektbezogen arbeiten. Über Jahre war er einer der führenden Köpfe der deutschen Transaktionspraxis von Skadden.

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Lutz Zimmer

Lutz Zimmer betont: „Die Trennung von Skadden ist mir nicht leicht gefallen und ist einvernehmlich. Zu einer anderen Kanzlei zu wechseln, nachdem ich so lange bei Skadden war, das wollte ich nicht. Mit Anfang 50 sehe ich vor allem eine Chance, nochmals etwas Neues zu beginnen. Ich werde daher projektbezogen in den Bereichen M&A, Gesellschaftsrecht und Compliance arbeiten.“

Zimmer gehörte zu einem größeren Team, das 2004 von Baker & McKenzie zu Skadden wechselte. Seit 2006 leitete er die deutsche Private-Equity-Praxis der US-Sozietät, und sein Abgang ist ein signifikanter Verlust für Skadden. „Wir verlieren einen langjährigen Weggefährten, der sich intensiv um unser Private-Equity-Geschäft gekümmert hat“, sagt Dr. Bernd Mayer, Managing-Partner in Deutschland. „Corporate, M&A und Private Equity gehören zu unseren Kernkompetenzen, und wir werden diese Praxis durch internes und externes Wachstum stärken.“

Corporate-Praxis verlagert sich nach Frankfurt

Zuletzt beriet Zimmer beispielsweise das Private-Equity-Haus Equistone, als dieses im vergangenen Herbst den schwäbischen Folienspezialisten Hornschuch verkaufte. Er war zudem für eine IAC-Tochter bei der öffentlichen Übernahme des Heimwerkerportals MyHammer tätig sowie für TA Associates beim Verkauf der Softwarefirma Bigpoint.

Zusammen mit Mayer, der die deutschen Skadden-Büros in Frankfurt und München seit mehr als einem Jahrzehnt leitet, stand Zimmer auch an der Seite des Stada-Aufsichtsrates. Beide berieten das Gremium zum milliardenschweren Kauf des Unternehmens durch die Investoren Bain und Cinven sowie zu Corporate-Governance- und Compliance-Fragen. Diese umfassendere Form des Gremien-Mentorings hatten beide Partner in den vergangenen Jahren konsequent ausgebaut. In der Folge wurden sie zunehmend für interne Untersuchungen mandatiert. So führten sie beispielsweise bei der UniCredit die Prüfung für den Aufsichtsrat, die im Zusammenhang mit den sogenannten Cum-Ex-Transaktionen fällig wurde.

Zimmer ist nicht der erste Partner aus dem früheren Baker-Team, der Skadden wieder verlässt. Corporate-Partner Dr. Peter Veranneman hatte das Frankfurter Büro von Skadden 2011 mit 47 Jahren verlassen und als Berater von Anleiheninhabern fungiert, bevor er sich drei Jahre später Bird & Bird anschloss. Dr. Walter Henle war 2014 zu Taylor Wessing gewechselt, im Jahr darauf ging Dr. Matthias Jaletzke zu Hogan Lovells.

Nach dem Weggang von Zimmer verbleiben in München sechs Juristen. Skaddens Transaktionskompetenz verlagert sich damit weiter ins Frankfurter Büro, wo der erfahrene Corporate-Partner Dr. Matthias Horbach, der Steuerpartner Johannes Frey, sowie die beiden Kapitalmarktrechtler Dr. Stephan Hutter und Dr. Katja Kaulamo arbeiten. Ihre gesellschaftsrechtliche Arbeit wird flankiert von der Litigation-Expertin Dr. Anke Sessler, dem Finanzierungspartner Johannes Kremer sowie drei Counseln und 13 Associates. (Aled Griffiths, Sonja Behrens)

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