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05.09.2017

Insolvenzrecht: Frankfurter hww-Partner wechselt zu Dentons

Dentons hat ihr Frankfurter Büro mit einem weiteren Partner ausgebaut: Von hww Hermann Wienberg Wilhelm kam Anfang September der Sanierungsexperte Daniel Fritz. Der 44-Jährige verstärkt das Restrukturierungsteam um den deutschen Managing-Partner Andreas Ziegenhagen.

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Daniel Fritz

Fritz war seit 1999 für hww beziehungsweise die Vorgängerkanzlei Hermann tätig. Ursprünglich in der klassischen Insolvenzverwaltung tätig, hatte er sich in den vergangenen Jahren immer stärker in Richtung einer breiten Sanierungs- und Restrukturierungsberatung entwickelt. Sein Fokus liegt außerdem auf der Durchsetzung oder Abwehr von Anfechtungs- und Haftungsansprüchen sowie auf krisenbezogenen M&A-Transaktionen.

 „Dentons bietet die Möglichkeit, mich weiter von der klassischen Insolvenzverwaltung hin zu einer Beratertätigkeit zu entwickeln“, sagte Fritz und betonte die einvernehmliche Trennung von hww. Eine Spezialität seiner Arbeit ist das europäische Insolvenzrecht. Seit einiger Zeit steht er der EU-Kommission als deutscher ‚Private Expert‘ bei Gesetzesvorhaben im Bereich Insolvenz und Sanierung zur Verfügung. Zuletzt hat er sich in Brüssel bei den Diskussionen um das geplante präventive Sanierungsverfahren eingebracht.

Für Dentons in Frankfurt bedeutet der Wechsel den fünften Partnerzugang im laufenden Jahr. Ausgebaut wurden bereits die Bank- und Finanz- sowie die Prozesspraxis. Allerdings war im März der Anleihespezialist Till Buschmann zu Berwin Leighton Paisner gewechselt, um dort ein Restrukturierungsteam aufzubauen. Auch mit dem Neuzugang Fritz bleibt der Schwerpunkt der Dentons-Sanierungsgruppe in Berlin. Dort kam im Frühjahr Dr. Benjamin Kurzberg von Heuking Kühn Lüer Wojtek hinzu, zudem stieg dort der langjährige Sozius Dirk Schoene zum Partner auf.

Das Team um Ziegenhagen war in vielen bekannten Restrukturierungsfälle der letzten Zeit aktiv, zum Beispiel bei Scholz Recycling oder AEG Power Solutions. Zuletzt sorgte die Arbeit von Ziegenhagen und Schoene als Generalbevollmächtigte bei der begonnenen Eigenverwaltung des Küchenkonzerns Alno für Aufsehen. Dort laufen allerdings seit Kurzem die Sanierungsbemühungen in Form einer Regelinsolvenz weiter, bei der Anchor-Partner Prof. Dr. Martin Hörmann als Insolvenzverwalter die Regie führt.

Fritz‘ bisherige Kanzlei hww hatte im Sommer einen viel beachteten Strategiewechsel verkündet. Um unrentable Tätigkeitsbereiche abzubauen, sollten in bestimmten Regionen defizitär arbeitende hww-Verwalter keine Insolvenzverfahren mehr annehmen und deshalb ausgewählte Insolvenzgerichte ansprechen. Auch andere renommierte Insolvenzkanzleien, die früher hauptsächlich Insolvenzverwaltung betrieben haben, stehen dem Vernehmen nach vor einschneidenden Veränderungen. (Markus Lembeck)

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