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19.12.2017

Interview mit Flick Gocke: „In Düsseldorf werden wir stärker wachsen als anderswo”

Zum Januar eröffnet Flick Gocke Schaumburg ein Büro in Düsseldorf. Mit Managing-Partner Prof. Dr. Thomas Rödder sprach JUVE über die Motive hinter diesem Schritt und das mögliche nächste Ziel: Stuttgart.

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Thomas Rödder

JUVE: Mit Ihrer Ankündigung, in Düsseldorf zu eröffnen, haben Sie den Markt ziemlich überrascht. Was können Sie in Düsseldorf machen, was Sie in Bonn nicht können?
Prof. Dr. Thomas Rödder:
Was den Inhalt der Beratung betrifft, können wir in Bonn alles, was wir als Flick Gocke Schaumburg anbieten. Der Charme unseres Auftritts in Düsseldorf liegt darin, dass wir einerseits eng vernetzt mit unserem Gründungsstandort Bonn arbeiten werden und andererseits dort noch näher an Stammmandanten, wie beispielsweise Uniper, Metro, P&C, Henkel in Düsseldorf oder auch E.on und Evonik in Essen, sind. Zudem können wir von hier aus noch intensiver unsere Fühler ins Ruhrgebiet, ins Münsterland oder an den Niederrhein ausstrecken.

Das klingt vor allem nach Geografie. Welche Rolle spielt Düsseldorf für das Recruitment?
Die Möglichkeit, im Raum Düsseldorf rekrutieren zu können, war für uns natürlich auch ein gewichtiger Faktor. Wir haben in den vergangenen Jahren eine Menge Anfragen von interessanten Kandidaten bekommen, die sich uns anschließen wollten, für die ein Pendeln nach Bonn aber keine Option war. Auch unser Startteam in Düsseldorf besteht übrigens überwiegend aus Düsseldorfern.

Die Eröffnungen in Hamburg und München führten allerdings nicht dazu, dass die Teams vor Ort in den darauffolgenden Jahren merklich gewachsen sind…
In Düsseldorf fangen wir mit 20 Berufsträgern an. Ich erwarte, dass wir in rund drei Jahren schon mehr als doppelt so viele sind. Gleichzeitig peilen wir weiterhin ein jährliches Wachstum von fünf bis zehn Prozent bei Flick Gocke Schaumburg insgesamt an. Düsseldorf wird hier wahrscheinlich überproportional wachsen.

Nachdem Sie in Berlin ein recht großes Team verlassen hat, müssen Sie aber auch dort wieder zulegen, oder?
In der Tat. Und der Anfang ist gemacht. Zum Jahreswechsel assoziieren wir in Berlin mit dem Umsatzsteuerrechtler Dr. Andreas Erdbrügger und dem Steuerstrafrechtler Dr. Christian Jehke zwei neue Equity-Partner, die dort eigene Teams aufbauen werden. Insgesamt ernennen wir 2018 übrigens neben Dr. Michael Puls, der uns von Deloitte kommend in Düsseldorf verstärkt, neun weitere Berufsträger zu Equity-Partnern.

Das sind so viele Ernennungen wie seit Jahren nicht. Laufen die Geschäfte so gut?
Ja. Aber das spielt eigentlich nicht die entscheidende Rolle. Wir haben eine qualitativ sehr gute Riege von Nachwuchsjuristen und -steuerberatern, die nun den nächsten Schritt machen. In unserem Geschäftsmodell gibt es keine gläserne Decke, was Partnerernennungen angeht. Im Gegenteil. Wir sind davon überzeugt, dass wir mit mehr Partnern stärker werden. Entsprechend gehen zum Jahresanfang 2018 außerdem dreizehn Berufsträgerinnen und Berufsträger als Assoziierte Partner auf den Partnertrack.

Dann könnten Sie ja auch gleich das nächste Standortprojekt angehen. Stuttgart steht seit langem auf Ihrem Wunschzettel, sagt man…
Stuttgart ist in der Tat in Deutschland die letzte wirtschaftlich relevante Großstadt, die uns noch fehlt. Dass wir dort in einigen Jahren eröffnen, kann ich mir durchaus vorstellen.

Das Gespräch führte Jörn Poppelbaum.

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