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19.03.2018

Düsseldorf: Latham holt Freshfields-Partner Tobias Larisch

Latham & Watkins verstärkt sich erneut mit einem hochkarätigen Quereinsteiger: Dr. Tobias Larisch wechselt von Freshfields Bruckhaus Deringer als Partner in das Düsseldorfer Büro der US-Kanzlei. Der 40-jährige Corporate-Spezialist hatte in den vergangenen Jahren kaum einen Top-Deal im Energiesektor ausgelassen. Sein Weggang bedeutet für die Energierechtspraxis von Freshfields einen weiteren Verlust. Der genaue Zeitpunkt des Wechsels steht noch nicht fest.

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Tobias Larisch

Obwohl Larisch mit 40 Jahren vergleichsweise jung ist, zählt er bei Freshfields neben dem Kartell- und Regulierungsrechtler Dr. Ulrich Scholz sowie dem Öffenltichrechtler Dr. Herbert Posser zu den prägenden Persönlichkeiten der Energieberatungspraxis. Posser hatte jüngst angekündigt, zusammen mit weiteren Berliner Öffentlichrechtlern die Kanzlei zum Mai zu verlassen. Nach Larischs Weggang verbleibt in Düsseldorf auf Partnerebene nur noch Scholz mit einem ausgewiesenen Fokus in der Energiesektorberatung.

Die deutsche Corporate-Praxis von Freshfields umfasst allerdings weiterhin 30 Partner. Zum Mai sollen weitere zwei Corporate-Partner ernannt werden, einer davon in Düsseldorf. Im Energiesektor berät weiterhin mit Dr. Andreas Fabritius ein namhafter und erfahrene Partner, der sowohl vom Frankfurter als auch vom Düsseldorfer Büro aus arbeitet.

Larisch hatte seine Karriere 2005 bei Freshfields begonnen, im Mai 2012 wurde er Partner. Der M&A- und Gesellschaftsrechtler ist besonders auf Transaktionen im Energiesektor spezialisiert und war allein im letzten halben Jahr an nahezu allen sektorprägenden Transaktionen in Deutschland beteiligt. Mit Scholz steuerte er etwa den Bieterwettbewerb, den die Mandantin Gascade ausgelobt hatte, um Investoren für die Projektgesellschaft der Nord-Stream-Anschlusspipeline Eugal zu finden. Für BASF fusionierte Larisch die Tochter Wintershall mit der ehemaligen RWE-Tochter Dea. Und für RWE arrangierte er mit dem Verkauf von Innogy an E.on zuletzt an der Seite von Fabritius die Neuorganisation des deutschen Energiesektors. Aber auch außerhalb des Energiesektors verfügt Larisch über beste Kontakte zu Industrieunternehmen wie Bilfinger und Ceconomy.

Rasanter Ausbau

Latham unterstreicht mit dem Zugang ihre Pläne, in der Corporate-Beratung verstärkt große, international tätige Industriemandanten ins Visier zu nehmen. Hier hatte die US-Kanzlei etwa bereits mit ihrer Arbeit für Siemens Präsenz gezeigt, die sie bei der Zugspartenfusion mit Alstom oder beim IPO ihrer Medizintechnik beriet.

Immer wieder setzt Latham bei ihrer Expansion auf namhafte Quereinsteiger. In Düsseldorf markierte 2013 der Wechsel eines großen Shearman & Sterling-Teams den Anfang. In Frankfurt kam 2015 der auf Private-Equity-Transaktionen spezialisierte Oliver Felsenstein von Clifford Chance, der heute als Managing-Partner die deutsche Praxis führt. Ihm folgte kurz darauf Dr. Alexandra Hagelüken, ebenfalls von Clifford. 2016 wechselten Transaktionsspezialist Dr. Rainer Traugott von Linklaters sowie der Kapitalmarktrechler Dr. Oliver Seiler, bis dahin der Chef der Kapitalmarktpraxis von Allen & Overy.

Zuletzt sorgte der Wechsel des Gesellschaftsrechtlers Dr. Nikolaos Paschos von Linklaters an den Düsseldorfer Standort der Kanzlei für Aufsehen im Markt. Wie Larisch verfügt auch Paschos über beste Industriekontakte. Beide beraten von Düsseldorf aus in Zukunft in einem Team bestehend aus fünf Partnern im Gesellschaftsrecht. (Martin Ströder)

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