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16.04.2018

Düsseldorf: Vossius holt Experten für Patentprozesse von Arnold Ruess

Vossius & Partner baut ihr 2015 eröffnetes Düsseldorfer Büro weiter aus: Mitte April ist Dr. Andreas Kramer (39) als Partner in die IP-Kanzlei gewechselt, in der sowohl Rechts- als auch Patentanwälte arbeiten. Der 39-Jährige war zuletzt als Counsel bei der Prozesskanzlei Arnold Ruess tätig.

Andreas Kramer

Andreas Kramer

Kramer hatte seine Karriere 2009 bei der renommierten Düsseldorfer Patentprozesskanzlei Krieger Mes Graf von der Groeben begonnen. 2016 wechselte er zu der aufstrebenden IP-Kanzlei Arnold Ruess, die 2010 als Spin-off aus dem Patentteam von Freshfields Bruckhaus Deringer hervorgegangen war. Bei Arnold Ruess hatte sich Kramer zuletzt auf Fälle mit Mobilfunktechnologie spezialisiert und federführend etwa die Verteidigung des französischen Handyherstellers Wiko gegen Klagen von Ericsson, Philips, Dolby, Fraunhofer oder den Patentverwerter Intellectual Ventures übernommen. Die Mandate nimmt er mit zu Vossius.

Vossius hat vor allem einen erstklassigen Ruf für Medizintechnik- und Pharmafälle, vor allem mit biotechnologischem Hintergrund. Auch wenn Kramer in der Vergangenheit auch Prozesse aus diesen Bereichen betreut hat, bedeutet vor allem seine Erfahrung in der Mobilfunkbranche eine Weiterentwicklung für Vossius. Denn hier ist die Kanzlei bislang nicht vergleichbar mit den Marktführern für Patentprozesse in Erscheinung getreten.  

Die Münchner Patent- und Rechtsanwaltskanzlei hatte ihren Düsseldorfer Standort 2015 eröffnet, um vor Europas wichtigstem Patentgericht präsenter zu sein. Der Schritt war aber auch Teil der Vorbereitung auf den Start des Unified Patent Court (UPC). Startet das Gericht, wäre Vossius mit München und Düsseldorf vor zwei wichtigen UPC-Lokalkammern präsent. Zudem treibt die Kanzlei ihre Vernetzung mit Partnerkanzleien in anderen UPC-Ländern voran. Derzeit ist der Start des Gerichts aber wegen einer Verfassungsbeschwerde gegen die deutschen Ratifizierungsgesetze noch ungewiss.

Dass Vossius dennoch den Düsseldorfer Standort weiter ausbaut, zeigt, welches Gewicht sie dem Prozessgeschäft derzeit beimisst. Zum Start in Düsseldorf hatte sie den Patentprozessrechtler Dr. Kai Rüting als Partner von Jones Day verpflichtet. Zudem war der Vossius-Partner und Rechtsanwalt Dr. Georg Rauh damals von München nach Düsseldorf gewechselt. Derzeit arbeiten in Düsseldorf vier Rechtsanwälte im Patentprozessteam. In der gesamten Kanzlei sind es elf.

Für Arnold Ruess ist der Weggang Kramers eine Premiere. Seit ihrem Start vor acht Jahren war die Kanzlei nur gewachsen, von 3 auf  zuletzt 13 Anwälte. Während die meisten Anwälte sich entweder aus dem Patentteam von Freshfields kannten oder als Berufsanfänger hinzukamen, war Kramer der einzige Quereinsteiger aus einer anderen Patentrechtskanzlei. Er erlebte bei Arnold Ruess jedoch entscheidende Jahre mit, in der die junge Kanzlei um Dr. Bernhard Arnold, Cordula Schumacher und Prof. Dr. Peter Ruess sich zu einer sehr präsentesten Patentprozesseinheit entwickelte. Sie ist für die Ethical Coffee Company gegen Nespresso, Sisvel gegen Haier oder Hexal gegen verschiedene Originatoren in zentralen Auseinandersetzungen vor deutschen Patentgerichten tätig. Bei Arnold Ruess verbleiben nun zwölf Anwälte, davon sind vier Partner. Zuletzt hatte sie den ehemaligen Freshfields-Associate Dr. Arno Risse zum Partner ernannt. (Mathieu Klos)