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29.05.2018

Konfliktlösung: Ashurst lässt Praxis mit Hengeler-Zugang auferstehen

Die britische Kanzlei Ashurst verstärkt ihre deutsche Konfliktlösungspraxis: Zum Juni wechselt Dr. Nicolas Nohlen als Partner ins Frankfurter Büro. Der 36-Jährige kommt von Hengeler Mueller, wo er zuletzt Senior Associate war. Ashurst beendet mit der Personalie eine Phase von fast zehn Jahren, in der die Kanzlei auf Partnerebene keine deutsche Litigationpraxis vorweisen konnte.

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Nicolas Nohlen

Der letzte Partner, der ausschließlich auf Konfliktlösung spezialisiert war, verließ die Kanzlei 2009: Dr. Karl Wach. Mit seinem damaligen Associate Frank Meckes gründete Wach die noch heute rührige Boutique Wach + Meckes. Bei Ashurst steht seitdem der Münchner Counsel Philipp Beckers für Konfliktlösung. Er ist auf handelsrechtliche sowie Post-M&A-Streitigkeiten spezialisiert.

Nohlen begann seine Karriere 2011 im Frankfurter Hengeler-Büro und hat seitdem mit mehreren Litigation-Partnern zusammengearbeitet – in den vergangenen Jahren vor allem mit Dr. Markus Meier. Nohlen war etwa Teil des Hengeler-Teams, das Porsche bei der Abwehr von Anlegerklagen infolge der gescheiterten VW-Übernahme und der Dieselaffäre vertritt.

Ein weiterer Schwerpunkt Nohlens neben der Automobilbranche ist der Telekommunikationssektor. Unter anderem gehörte er zu dem Team, das im vergangenen Jahr United Internet bei der Übernahme des Mobilfunk-Unternehmens Drillisch beraten hat. Auch Bankenprozesse, gesellschaftsrechtliche Streitigkeiten und Post-M&A-Schiedsverfahren hat Nohlen geführt.

„Der Brexit wird Streitigkeiten bringen“

Dass Ashurst nach fast zehn Jahren wieder einen Litigation-Partner in Deutschland holt, begründet Managing-Partner Dr. Tobias Krug mit der wachsenden Bedeutung von Streitigkeiten. „In den vergangenen Jahren haben wir eine deutliche Zunahme von Streitigkeiten und Schiedsverfahren beobachtet und wir rechnen damit, dass sich dieser Trend nach dem Brexit weiter intensivieren wird.“

Dass dieser Trend ohnehin auch Ashurst erreicht hat, lässt sich unschwer übersehen: Im vergangenen Jahr begleitete die Kanzlei den Autozulieferer Grammer in einer erbitterten Auseinandersetzung mit der Großaktionärin Hastor. Zudem spielt Ashurst eine zentrale Rolle bei der Aufarbeitung der P&R-Pleite. Bei dem Containervermittler hatten mehr als 50.000 Anleger insgesamt mehrere Milliarden Euro investiert. Ashurst will nun so schnell wie möglich einen Unterbau für die wiederauferstandene Konfliktlösungspraxis schaffen. (Marc Chmielewski)

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