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17.07.2018

Arbeitsrecht und Datenschutz: Latham & Watkins holt Tim Wybitul von Hogan Lovells

Latham & Watkins holt erneut einen hochkarätigen Quereinsteiger an Bord: Tim Wybitul (48), Arbeitsrechtler und einer der angesehensten deutschen Experten im Datenschutz, kommt aus dem Frankfurter Hogan Lovells-Büro als Partner in die Konfliktlösungspraxis. Der Zeitpunkt seines Wechsels steht noch nicht fest.

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Tim Wybitul

Wybitul war rund sechseinhalb Jahre bei Hogan Lovells tätig, zunächst als of Counsel, ab 2015 als Partner. Zuvor hatte er bei Mayer Brown gearbeitet, wo er bereits 2010 Partner geworden war. Bei Mayer Brown war der Arbeitsrechtler in der Prozesspraxis angesiedelt, vor allem weil er damals schon regelmäßig zum Aufbau und Betrieb von Compliance-Strukturen beriet, auch im Rahmen von aufsichts- und strafrechtlichen Ermittlungen. Von sich reden machte Wybitul seinerzeit durch die Mandatsführung einer umfangreichen internen Untersuchung für die UBS.

Bei Hogan Lovells positionierte er sich zuletzt wieder deutlicher als früher als Arbeitsrechtler mit einem Schwerpunkt auf Beschäftigten-Datenschutz und beriet deutsche sowie internationale Mandanten zur Einführung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Er vertritt regelmäßig Unternehmen in Gerichtsverfahren zu Datenschutzfragen und verhandelt mit Datenschutzbehörden wegen Bußgeldern oder behördlichen Anordnungen.

Für Latham bedeutet der Wechsel einen echten Gewinn, denn Wybitul passt mit seinem Schnittstellen-Know-how sehr gut in die US-Kanzlei. Zwar hat Latham mit Dr. Ulrich Wuermeling bereits einen ausgewiesenen Datenschutzspezialisten in ihren Reihen, doch nach seinem Wechsel als Counsel ins Londoner Büro 2015 hat seine Marktpräsenz in Deutschland nachgelassen. Latham schloss die entstandene Partnerlücke in der IT-Praxis seitdem nicht. Allerdings war das Thema Datenschutz bei Latham – genau wie bei anderen transaktionsgetriebenen Kanzleien – eher ein Randgebiet, bevor die EU-Kommission das Safe-Harbour-Abkommen 2015 kippte und 2016 schließlich die DSGVO beschloss. Lathams IT-Praxis generierte zwar immer auch eigenes Geschäft, konnte damit aber nicht mit der M&A/Private-Equity-Praxis mithalten.

„Datenschutz und IT-Sicherheit sind Top-Themen für alle Unternehmen, Finanzinstitute und Private-Equity-Gesellschaften in Europa und weltweit“, sagte Oliver Felsenstein, deutscher Managing-Partner von Latham. „Der Ausbau der Datenschutzpraxis ist nach der Einführung der Allgemeinen Datenschutz-Grundverordnung Anfang des Jahres ein strategischer Schwerpunkt unserer Kanzlei“, ergänzte Gail Crawford, Leiterin der globalen Data Privacy & Security Praxisgruppe.

Die US-Kanzlei ist in den vergangenen Jahren wiederholt mit renommierten Quereinsteigern gewachsen. 2015 kamen Felsenstein und Burc Hesse von Clifford Chance, später folgte ihnen Finanzierungsexpertin Alexandra Hagelüken. 2016 wechselte Kartellrechtler Dr. Michael Esser von Freshfields Bruckhaus Deringer, im Herbst 2017 kam M&A-Größe Dr. Nikolaos Paschos von Linklaters. Auch in diesem Jahr konnte Latham schon zwei hochkarätige Partner für sich gewinnen: Kreditfinanzierungsspezialist Thomas Weitkamp kam von Clifford, Corporate-Spezialist Dr. Tobias Larisch von Freshfields.

Für Hogan Lovells ist der Weggang von Wybitul durchaus ein Rückschlag, weil er mit seinem Spezialwissen zu den visibelsten Datenschützern des Marktes zählt. Aber auch nach seinem Weggang bleibt im Arbeitsrecht und im Datenschutz ein größeres Team zurück. Zur Arbeitsrechtspraxis gehören nun noch 7 Partner, 3 Counsel und 19 Associates. (Eva Flick)

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