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31.07.2018

Prozesspraxis: Ihrig & Anderson holt Verstärkung von Schmitz & Partner

Die Mannheimer Corporate-Boutique Ihrig & Anderson nimmt einen dritten Equity-Partner an Bord: Zum August stößt der Prozessrechtler Jens Stadtmüller (38) hinzu. Stadtmüller war zuletzt angestellter Anwalt bei Schmitz & Partner in Frankfurt und hatte dort unter anderem die Schiedspraxis vorangetrieben.

Jens Stadtmüller

Jens Stadtmüller

Stadtmüller hatte seine Laufbahn in der Dispute Resolution-Praxis von Salans (heute Dentons) begonnen. Als er 2012 zur Frankfurter Kanzlei Schmitz wechselte, liefen die Kapitalmusterverfahren zum Börsenprospekt der Deutsche Telekom schon. So konnte er seine Erfahrung in kapitalmarktrechtlichen Streitigkeiten vertiefen, denn die Sozietät, die 2009 von ehemaligen Clifford Chance- und Latham & Watkins-Partnern gegründet worden war, vertrat die Telekom im Gesamtkomplex um deren zweiten Börsengang.

Daneben widmete sich Stadtmüller in den vergangenen Jahren vor allem Organhaftungsfragen (D&O) sowie gesellschaftsrechltichen Streitigkeiten, die per Schiedsverfahren gelöst wurden. Er wurde selbst auch schon als parteibenannter Schiedsrichter in internationalen Verfahren bestellt. Dabei ging es etwa auch um berufsrechtliche Fragen, wie sie sich beispielsweise in dem langwierigen Streit zwischen der HypoVereinsbank (HVB) und ihrem inzwischen verstorbenen Kunden Rafael Roth stellten. Dort vertrat Namenspartner Schmitz die Anwälte Dr. Hanno Berger und Dr. Kai-Uwe Steck, die in der Aufklärung der sogenannten Cum-Ex-Affäre aktuell eine zentrale Rolle spielen. Bei der Kanzlei Schmitz, die Anfang des Jahres den erst 33-jährigen Prozess- und Schiedsrechtler Jörn Rudolf in die Partnerschaft aufgenommen hat, verbleiben nach dem Weggang von Stadtmüller vier Equity-Partner, ein of Counsel und zwei Associates.

Ihrig & Anderson war erst im August 2017 an den Start gegangen. Neben dem langjährigen Allen & Overy-Partner Dr. Hans-Christoph Ihrig ist der ehemalige General Counsel von Bilfinger, Dr. Nils Anderson, ihr zweiter Namenspartner. Zusammen berieten sie schon den Aufsichtsrat der RWE zum Einsteig von E.on bei der RWE-Tochter Innogy. Ihrig bereitete zudem in Zusammenarbeit mit anderen Sozietäten die Aufspaltung beim Finanzdienstleister MLP vor, als dieser im vergangenen Jahr sein Bank- und sein Maklergeschäft trennte. Zu den weiteren Mandanten der erfahrenen HV-Berater zählen zudem SAP und Evonik.

 Wichtig sei, wie Ihrig gegenüber JUVE betonte, dass der neue Partner schon Praxiserfahrung in der Organhaftung mitbringe, denn hier habe sich aufgrund der zunehmenden Regulierung  der Beratungsbedarf bei Gremienmitgliedern in den letzten Jahren signifikant erhöht. (Sonja Behrens)

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